Aktionen Arbeitseinsätze Rhede Startseite — 12 November 2011
Rhede, 12.11.2011 – 1. Arbeitseinsatz auf dem Bahndamm bei den Bahnteichen

Eifrige Helfer legen Stück für Stück einen Teil des Bahndamms zwischen Rhede und Borken frei – Foto: D. Bublitz

 

Bahndämme sind ideale Lebensräume für Reptilien. Zum Beispiel Waldeidechsen und Blindschleichen finden dort sonnige Plätze, teilweise gute Versteckmöglichkeiten im Schotterbett und Nahrung durch wärmeliebende Insekten. Aber vor allem die Zauneidechsen profitierten von diesen Anlagen, vor allem wenn sich sandige Gebiete anschließen, wo sie ihr Gelege vergraben können. Auch dass die Bahn ihre Bahndämme lange Zeit mit Herbiziden freigehalten hat, hat den Reptilien mehr genutzt als geschadet. So gab es im Kreis Borken und auf dem Rheder Stadtgebiet, die idealerweise Bahndämme und sandige Böden vorweisen können, einige Populationen der Zauneidechse. Nach dem Rückbau der Strecke Bocholt – Borken wurde vor allem der Bahndamm auf Rheder Stadtgebiet weitgehend sich selbst überlassen. Durch Nährstoffeinträge (Dünger, Staub, Erde) fassten die Gräser Fuß und ihnen folgten die Diesteln, Brombeeren, aber auch Königskerze und Fingerhut und viele andere Arten sind zu finden. An besonders schattigen Stellen hatten sogar Moose eine Chance. Mehrere Jahre hat sich niemand mehr um den Bahndamm gekümmert, so dass der Schotterkörper von Wurzeln und Erde durchsetzt ist. Waldeidechse und Blindschleiche kamen mit den Veränderungen zurecht. Die Zauneidechse leider nicht. Sie verschwand.

Im Frühjahr 2009 machte sich die Kindergruppe „Die Waldhummeln“ daran, den Bahndamm stellenweise wieder frei zu legen. Außerdem legten sie Reptilienbretter – die auch gerne von Mäusen und Teichmolchen genutzt werden – aus und legte Asthaufen an. Im Herbst 2009 hat die Stadt Rhede dann den Bahndamm an den Bahnteichen maschinell komplett entgrünt. Und 2010 den Rest bis zum Klüünkamp. Die Waldhummeln legten im letzten Jahr zwei Barrikaden östlich und westlich der Bahnteiche an, um wenigstens dort die Spaziergänger mit ihren Hunden fern zu halten. Sehr schnell zeichnete sich allerdings ab, dass die Entgrünung nicht lange vorhalten würde. Überall sprossen wieder Gräser, Disteln, Brombeeren, Nachtkerze und Fingerhut. Eine Sysiphosarbeit deutete sich an, die mit einer Kindergruppe allein nicht zu bewältigen ist. 2011 hat der NABU Rhede daher beschlossen, jedes Jahr einen Arbeitseinsatz am Bahndamm auszuführen, um einige Stellen des Bahndamms wieder freizulegen und die Brombeeren in Schach zu halten. Die Zauneidechse haben wir bisher nicht gesehen.

Bei allerbestem Wetter trafen sich die Aktiven und Kindergruppen am 12.11.2011 am Bahndamm und legten sich ins Zeug. Innerhalb von drei Stunden konnte wieder eine ordentliche Fläche frei gelegt werden. Des Weiteren wurden an einem Teil der Flanken des Bahndamms Gehölze und Brombeeren enfernt. Es war mehr Arbeit als gedacht, denn dort, wo Brombeeren und Gräser sich wieder ausgebreitet haben, war das Wurzelgeflecht schon wieder so dicht, dass man Mühe hatte, sie zu entfernen. Nach Beendigung und Begutachtung des Ergebnisses haben wir beschlossen, am 19.11.2011 noch mal einen Einsatz stattfinden zu lassen, um ein zweites vielleicht sogar drittes Fenster anzulegen. damit die Reptilien im nächsten Jahr wieder einige freie Sonnenplätze haben.

Vielen Dank an alle Helfer, die am letzten Samstag kräftig mitgeholfen haben.

Daniel Bublitz

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