12.04.2012 – Informationen für Bauherren und Architekten

Die Gebäudehülle moderner Häuser wird nach den heute geltenden Vorschriften fugenlos gedämmt und auch Dachausbauten sowie Fassadeninstandsetzungen geben Mauerseglern und Co. keine Chance mehr, in den bisher vorhandenen Fugen und Spalten ihren Nachwuchs aufzuziehen. Ihre Brutplätze fallen für immer weg. So schwindet das Angebot an Nistmöglichkeiten für unsere engsten gefiederten Nachbarn stetig.

Doch so unerlässlich Energieeinsparung und größtmögliche Reduktion des Kohlendioxid-Ausstoßes durch jeden privaten Haushalt ist, klimafreundliche Bauweise und Artenschutz an Gebäuden lassen sich auf vielfältige Weise vereinbaren.

Gebäudebrüter und ihre Niststätten stehen unter Schutz (Bundesnaturschutzgesetz), zudem sind die Bestände einiger Arten bedroht: Rauch- und Mehlschwalbe, Mauersegler, Dohle, Schleiereule, Wanderfalke, Weißstorch, Haussperling. Unter strengem Schutz stehen außerdem alle an Gebäuden heimischen Fledermausarten.
Für Segler, Haussperlinge, andere Kleinvögel und Fledermäuse gibt es verschiedene artgerecht zugeschnittene Einbausteine im Handel.

Einbausteine sind vor allem an Gebäuden geeignet, an denen der Denkmalschutz die Anbringung eines Außen-Nistkastens und die dadurch bedingte optische Veränderung nicht zulässt. Wenn das Gebäude bei der Sanierung gedämmt wird, darf der kleine Hohlraum allerdings keine Wärmebrücke bilden.

Energetisch und bauphysikalisch problemlos sind Nistkästen, die im Außenbereich zwischen Dachschalung, Sparren und Fassade angebracht werden. Der Schräge des Dachüberstandes optisch besonders gut angepasst ist ein so genannter Zeist-Kasten aus Holland, der nach vorn keilförmig zuläuft.

Der Schutz von Gebäudebrütern im Zuge von Umbau-, Renovierungs- und Malerarbeiten lässt sich in der Regel problemlos umsetzen. Wichtig ist, dass die Überprüfung und Kartierung der Sachlage vor Sanierungsbeginn vorliegt. Bei der Sanierungsarbeit gehen wichtige Daten verloren (wenn Einflüge bereits beseitigt sind), und im Vorfeld lassen sich alle Schritte kostenfreundlicher Artenschutzmaßnahmen besser abklären.

Vielfach werden Brutplätze von Gebäudebrütern einfach übersehen und fallen bei Renovierungsarbeiten aus Unwissenheit, nicht aus Ordnungsliebe, dem völligen Verschwinden zum Opfer. Dies liegt auch daran, dass Gebäudebrüter wie der Mauersegler sich meist unauffällig verhalten, nicht zwingend Kotspuren hinterlassen und mitunter über Jahre unbemerkt bleiben. Oft erleben wir bei Hausbesitzern sogar eine positive Überraschungsreaktion, Neugier und Aufgeschlossenheit: „Was, so was Seltenes brütet bei uns?“

Um schnell mit den Ansprechpartnern in Verbindung treten zu können, suchen wir bei einer Gebäudebrüterfeststellung folgende Informationen:
– Welche Vogelart?
– Wie viele Individuen/Brutpaare siedeln am Gebäude?
– An welchen Gebäudeteilen und –seiten liegen die Brutplätze?
– Name, Adresse (PLZ, Straßennummer), Telefonnummer/Email des Hausbesitzers
– Sind bereits Umbauarbeiten geplant? Ab wann?

Mit dem Erfassungsbogen können Sie sich aktiv an unserer Arbeit beteiligen. Senden Sie bitte eine Meldung per Email an: thomaskeimel@web.de

Weitere Infos auch unter http://www.lbv-muenchen.de/unsere-themen/artenschutz-an-gebaeuden/download-broschueren/

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