Der Weidegang unserer ehemals überall im Kreis Borken anzutreffenden größten Nutztierrasse den Kühen, ist seit langem nicht mehr selbstverständlich. Nur noch 42 Prozent aller in Deutschland gehaltenen Milchkühe durften im Jahr 2009 für rund fünfeinhalb Monate auf die Weide, das ergab eine Landwirtschaftszählung 2010.

Der Mensch verzerrt fast jeden Tag eines ihrer Produkte in verschiedenster Form, warum wird sie versteckt und gehört nun nicht mehr dazu!

Alle anderen Milchkühe blieben ganzjährig im Stall in Lauf- oder Anbindehaltung und ohne Rücksicht auf Bewegungsdrang. Hörnertragende Kühe beanspruchen in der Regel mehr Platz als hornlose Artgenossinnen und stellen eine Verletzungsgefahr für den Bauern und seine Tiere dar. Deshalb werden in Deutschland die Hornansätze bei mehr als 90 Prozent aller Kühe bereits im Kälberalter weggebrannt.

Diese Prozedur ist sehr schmerzhaft, denn die Hornansätze sind von empfindlichen Nervenbahnen durchzogen. Behornte Bilderbuchkühe spiegeln also nicht die Realität wieder. Die Haltung von Rindern mit Hörnern ist natürlich durchaus möglich. Bei rein ökologisch wirtschaftenden Milchviehbetrieben ist das Enthornen von Rindern verboten. Mehr Platz, Ausweichmöglichkeiten und mehr Fressplätze verhindern Stress, Verletzungen und Unruhe im Stall.

Herbert Moritz
Für den NABU Kreis Borken

 

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