Exkursionen — 02 Dezember 2012

Nicht nur zur WM kann man diesen Spruch verwenden, nein auch bei NABU-Exkursionen ist man zu Gast bei Freunden.

 

Tag Eins: Am Donnerstag dem 01.11.2012 um 4:00 Uhr ging es los.

Oliver und Philipp Bockrath hatten Markus Schirdewan schon abgeholt, dann wurden Jutta und Rolf Souilljee eingeladen und man fuhr gemeinsam Richtung Vreden um hier Hans Terwort abzuholen.

Nachdem alle Gepäckstücke und optische Geräte etc. verstaut waren, begann die Reise zu den Freunden nach Rathenow. Einige WC- und Bockwurstpausen später kamen wir um 12:30 Uhr an der Geschäftsstelle des NABU RV-Westhavelland in Milow an.

René Riep und Detlef Eichstädt erwarteten uns schon mit den Worten, das es gerade erst begonnen hat zu Regnen. Uns war das schon 400 km vorher aufgefallen 😉

Hier im Naturparkzentrum Milow konnten wir uns in der stationären Havel-Ausstellung kurz informieren und schon ging es zum Mittagessen in der nahegelegenen Gaststätte.

Langsam wurde der Havelregen etwas weniger und wir beschlossen uns das Moor Renaturierungsgebiet Großes Fenn / Böhner Fenn etwas genauer an zu sehen.

Da der Weg dorthin mit unserem Bulli nicht zu bewerkstelligen war nahm uns René im passenden Geländefahrzeug mit.

Wer schon mal im Havelland war, kann nachvollziehen wie breit und tief die Entwässerungsgräben hier sind. An mehreren Stellen wurden diese Gräben mit hohem Maschinenaufwand verschlossen und abgedichtet. Das Moorwasser kann so viel länger im Schutzgebiet bleiben. Mehrere Messstellen werden ständig kontrolliert und so kann man dokumentieren wie sich der Wasserhaushalt im Gebiet positiv verändert.

In den Gesprächen mit den Freunden aus dem Havelland kam auch zur Sprache, dass unsere Störche aus der Dingdener Heide in diesem Jahr leider Ihre Jungvögel nicht groß ziehen konnten. Hier im Havelland war es ein gutes Storchenjahr. Und schon zeigte man uns einige Storchennester unter anderen auch den Horst der auf der Trafostation steht, die wir vor Jahren finanziell unterstützt haben, das hat sich doch gelohnt.

Wir hatten zwar noch keinen Hunger, aber keine Widerrede, es wurde im Dorf Kuchen gekauft und erst mal Kaffee getrunken und erzählt und erzählt und …

Jetzt aber los Zimmer beziehen bei Jean Luc Meier in Semlin am Hohennauner See. Alles war schon wie erwartet vorbereitet und der erste Reisetag neigte sich dem Ende. Ach nee, da wartet ja schon das Abendessen Jean Luc kann nicht nur überzeugend von seinen vielen Reisen berichten, er kann auch noch gut kochen.

Aber nix da essen-fassen, zuerst noch weitere Infos aus dem Havelland, Zwischenzeitlich war Herr und Frau Hübner gekommen und hatten uns einen ihrer bemerkenswerten Vorträge in Wort und Bild vorgetragen. Viel Neues und auch für uns schon bekannte Tipps und Infos haben wir am ersten Reisetag aufgesogen und mit dem sehr leckerem Nachtessen fantastisch ausklingen lassen.

Also ab ins Bett, Ende Tag Eins

 

Tag zwei beginnt: Um 7:30 Uhr ist Sonnenaufgang und um 7:32 Uhr schleichen die ersten NABUs schon um den Hohennauener See um Natur pur zu genießen.

Was erwartet uns heute: um 9:00 Uhr erst mal gemeinsames Frühstück im Haus von Jean Luc.

René kreuzt auf und fährt mit uns zur Trappenstation nach Buckow, jetzt die Staatliche Vogelschutzwarte für das Land Brandenburg. Hier hält der Leiter der Station uns einen Vortrag über die „Strauße der Mark Brandenburg“

Großtrappen mit einem Gewicht von bis zu 17 kg zählen zu den schwersten, flugfähigen Vögeln der Welt. Sie haben im Havelland geeignete und geschützte Brutbiotope und haben sich hier vor Ort darum sehr gut entwickelt.

Noch ein kurzer Blick ins Trappenschutzgehege, einige Trappenfedern abgestaubt und schon ging die Fahrt weiter. René hatte erfragt wo sich derzeit einige Trappen in den Winterstellflächen aufhalten.

In einem Ackerfläche vor einem kleinen Feldgehölz fanden wir dann auch 36 Großtrappen, die man mit Fernrohr und Stativ auch sehr gut erkennen und beobachten konnte. Hier hätte man auch noch länger stehen bleiben können, aber es geht weiter in Richtung Gülper See.

Halt Stopp, da stehen noch einige Kraniche, und da noch ein Trupp ca. 50 Exemplare Alt- und Jungvögel noch schön zu unterscheiden, ein tolles Fotomotiv.

Am Gülper See angekommen erwarteten uns schon, Reiherenten,Schellenten, Kormorane, Grau- und Silberreiher, Haubentaucher, Gänsesäger, Löffelenten usw.usw. Tausende von Gänse flogen umher und die Zeit verging wie im Fluge.

Man traut es sich ja nicht zu schreiben, aber, wenn man viel an der frischen Luft ist,dann muss man auch mal Pause machen, also auf nach Semlin und in einem der Cafes hingesetzt und wie kann es anders sein Torte und Kaffee zu uns genommen.

Jetzt noch ein paar Schritte am See entlang zu unseren Ferienhäusern, die Sonne hatte sich schon verabschiedet als wir die Häuser erreicht hatten, da plumst was ins Wasser, Biber ???

Ich habe nix gesehen, aber da, schau mal, einige Weiden mit frischen Frasspuren vom Biber, ja es war sicher der Biber, der da gerade „geplumpst“ hatte.

Tino Wachowiak der Vorsitzende unseres Patenverbandes mit Frau hatte zwischenzeitlich auch den Weg zu uns gefunden. Jetzt den Baemer angeworfen und da die Ornithologische Arbeitsgruppe des NABU-RV Westhavelland gerade seinen 50 ten Jahrestag gefeiert hatte, zeigte man uns Filme und Fotos von Jungen, Junggebliebenen und auch Fotos von einigen älter gewordenen Vogelfreunden.

Wieder wurden Erfahrungen ausgetauscht, Projekte besprochen und so nebenbei das Chinesische Gericht von Jean Luc verspeist. Man ist das scharf, da muss man etwas dabei trinken, geht doch.

Der Tag ist auch leider schon wieder vorbei, Gute Nacht.

Tag drei (Abreisetag)

Erst mal gut Frühstücken 😉

Koffer packen und dann nach Hause, von wegen, wir hatten ja noch keinen Seeadler gesehen, also noch mal die Kurve gekratzt und zum Gülper See.

Zuerst noch eben bei Rene und Tino vorbei, die mitgebrachten Geschenke abgeladen, Fotos gemacht, umarmt , verabschiedet und dem See entgegen gefahren.

Als wenn alle Vögel von Gestern auf uns gewartet hätten, sie waren alle noch da, Reiherenten Schell….. usw. usw. Hallo, schau mal da drüben an der anderen Seeseite oben auf dem großen Baum sitzt da ein Adler ? Schnell durchs Spektiv geschaut nee, es sind DREI Seeadler auf dem Baum.

Zeig mal, lass mich auch mal sehen. Boooh Ey, echt drei auf dem einem Baum, warum fliegen die Gänse denn da auf, ich glaube da kommt ein vierter Seeadler. Auch wenn sie nicht soooo Nahe an uns herangekommen sind, so haben wir sie doch sehr gut beobachten können. Ein toller Abschluss, jetzt aber los in Richtung Heimat.

Wir sagen Dank an alle NABU-Freunde aus dem Westhavelland, dass war wieder einmal eine lohnenswerte „Speisereise“ mit ornithologischer Garnierung vom feinsten.

Wir haben einiges an Infomaterial mitgebracht. Wer Interesse daran hat, kann sich die Infos Dienstags Abends ab 19 Uhr an der Kreisgeschäftsstelle am Bocholter Aasee abholen.

Ich bedanke mich im Namen alle Reiseteilnehmer

Rolf Souilljee

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