Eine Stellungnahme des BUND und NABU im Kreis Borken zum Beitrag

„Eine Region in der Balance“ Ein Kreis und seine Städte und Gemeinden managen die Fläche gemeinsam – Flächenverbrauch Kreis Borken. Lesen Sie den Beitrag als PDF-Dokument hier: http://www.nabu.de/themen/siedlungsentwicklung/innovation/


Richtig und ehrlich muss es heißen: „Eine Region aus der Balance“ – Reduzierung des landwirtschaftlichen Flächenverbrauchs auf Kosten von Natur und Umwelt.

Im Wesentlichen geht es um Folgendes:
Irgendwann ist man übereingekommen, den anhaltenden Naturverbrauch nicht mehr hinnehmen zu wollen. Eingriffe in Natur und Landschaft sollen kompensiert werden, in der Rangfolge „Vermeiden, Ausgleichen, Ersetzen“.

Dieses Vorgehen leitet sich ab aus dem Bundesnaturschutzgesetz, konkretisiert im Landschaftsgesetz NRW, Stichwort „Ökopunkte“. Dazu existiert auch ein WDR-Lokalzeit-Beitrag mit Bezug zu Rhede von 2012.

Ziel sollte sein die Funktionen von Natur und Landschaft zu erhalten. Flächen werden kaum zusätzlich durch Naturschutz in Anspruch genommen, sondern fast ausschließlich durch auszugleichende Bauvorhaben!

Schlimmer wurde es – aus Sicht des Naturschutzes – durch eine Änderung des Landschaftsgesetzes der letzten Schwarz-Gelben-Regierung in NRW.
Mittlerweile wird gerne „flächenneutral“ kompensiert durch z.B. Entnahme von gebietsfremden Nadelhölzern aus Forsten (gibt auch Ökopunkte; ich sage bewusst nicht Wald; besonders sinnvoll, wenn gleich daneben wieder Douglasie und Co. gesetzt werden, etwa als vorbereitende Maßnahme zum Klimawandel) oder Optimierung bestehender Schutzgebiete.

Ebenfalls wird diese Ökopunkteregelung herangezogen, um ohnehin gegebene staatliche Aufgaben damit zu finanzieren (etwa Erhalt und Optimierung von Schutzgebieten, Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie).

Ohne einzelne Landwirte angreifen zu wollen: Es ist schon der Hammer, wie es einer mittlerweile winzigen gesellschaftlichen Minderheit (den Betreibern der industriellen Landwirtschaft) gestattet wird, sich in Natur und Landschaft so saumäßig zu verhalten und das nahezu flächendeckend:

  • Oberflächen- und Grundwasserverseuchung mit Gülle und Spritzmitteln
  • Luftverpestung mit Stickstoffverbindungen und einhergehender Düngung oligotropher Standorte
  • Bodenbelastung mit Phosphaten, Uran und anderem
  • Bodenzerstörung durch erhöhte stickstoffbedingte Mineralisation („Ausbleichen“)
  • Zerstörung feuchter Standorte durch Drainage
  • Massentierhaltung mit multiresistenten Keimen
  • Zerstörung letzter Urwälder in z.B. Südamerika zur Futter-Soja-Produktion
  • Maßgebliche Treiber des Klimawandels
  • u.v.m.

und die dafür auch noch viel Geld erhält!?

Sicher, die Ursachen für diesen schlimmen Zustand liegen bei Weitem nicht nur im Kreis Borken und nicht nur in der Landwirtschaft selbst, aber „Region in der Balance“?

„Wir haben es satt!“; auf nach Berlin, 19.01.2013!!

Henry Tünte
für den BUND und NABU im Kreis Borken

 

 

Surftipps:
http://www.wir-haben-es-satt.de/ und „Fleischatlas 2013“

Lesen Sie dazu auch den Beitrag „Europa braucht eine Agrarwende“ in der Frankfurter Rundschau vom 16. Januar 2013:
http://www.fr-online.de/meinung/leitartikel-europa-braucht-eine-agrarwende-,1472602,21479232.html

 

 

Biogas im Landwirtschaftsschutzgebiet

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