Nun ist es endlich so weit! Am Freitag, den 08.02.2013 traf sich unser NABU – Team um das Projekt „Artenvielfalt für den Kreis Borken“ aus der Taufe zu heben.

Ziel ist es, dem Artensterben Einhalt zu gebieten. Aus vielerlei Gründen, im Kreis Borken in erster Linie durch die intensive Landwirtschaft, fallen immer mehr Lebensräume für Tiere und Pflanzen der menschlichen Nutzung zum Opfer. Gerade auch hier im Kreis Borken geht es mit der Artenvielfalt rapide bergab! Wir haben uns mit unserem Projekt besonders der Insektenwelt verschrieben. Wir wollen nicht nur noch vorhandene Lebensräume schützen, sondern den Trend umkehren und wenn möglich neue schaffen oder vorhandene optimieren.

Dazu gehören auch schöne Blühwiesen, wie es sie früher einmal gegeben hat. Wie lange ist es her, dass wir eine bunte und intakte Blumenwiese genießen konnten? Ich kann mich kaum noch daran erinnern.

Schmetterlinge beispielsweise haben durch die Zerstörung von Lebensräumen und durch Veränderungen in der Land- und Forstwirtschaft in den letzten Jahrzehnten bereits starke Verluste hinnehmen müssen. Diese nach wie vor anhaltende Gefährdung wird nun auch noch durch die klimatischen Risiken noch verstärkt. In Deutschland kommen derzeit etwa 190 Tagfalterarten vor. Die Menge der Falter ist in den vergangen zwanzig Jahren stark geschrumpft. Fachleute sagen einen weiteren starken Rückgang der Falterzahlen und ein Aussterben besonders der spezialisierten Arten voraus. Falls die Umstände so bleiben, werden etwa die Hälfte der Arten bis 2080 zwei Drittel ihres Lebensraumes verlieren. Ein Viertel der Arten würde sogar mehr als 95 Prozent des Lebensraumes einbüßen.

Nun haben wir im NABU Kreisverband Borken e. V. die Arbeitsgemeinschaft „Artenvielfalt für den Kreis Borken“ gegründet, um so viele Flächen wie nur möglich in den kommenden Jahren in natürliche Lebensbereiche umzuwandeln. Als erstes haben wir uns den Lebensraum „Wiese“ vorgenommen. Optimale Flächen sollen aus rein einheimischen Blumen und Wildkräutern bestehen. Damit tragen wir zum Erhalt der heimischen Pflanzenwelt bei und gleichzeitig profitieren unsere Schmetterlinge, Bienen und Hummeln davon, denn sie sind für Fortpflanzung und Ernährung an sie gebunden und wir können so einen wichtigen Teil zu deren Überleben beitragen.

Nach ersten Gesprächen gibt es bereits Flächen, die für dieses Projekt zur Verfügung stehen. Dort wird die Arbeitsgemeinschaft den Boden nach seiner Beschaffenheit untersuchen und analysieren, welche Maßnahmen zu ergreifen sind, um das entsprechende Saatgut einzubringen. Das richtige Saatgut wird vom NABU gestellt und auf die Beschaffenheit der einzelnen Flächen abgestimmt.

Auch wird die Arbeitsgemeinschaft interessierten Mitbürgerinnen und Mitbürgern beratend zur Seite stehen, wenn es darum geht, den heimischen Garten zu mehr Artenvielfalt zu verhelfen. Wir wollen so viele Menschen wie möglich gewinnen, der Natur vor ihrer Haustür ein Plätzchen einzuräumen – nicht zuletzt, um sich daran zu erfreuen! Denn der Mensch ist ein Teil der Natur und hat selbst das Bedürfnis nach natürlicher Umgebung; sie gewährt ihm Erholung. Und einen weiteren unschätzbaren Nutzen hat er auch davon, wenn man an die unersetzliche Bestäuberfunktion von Wildbienen, Schmetterlingen, Hummeln und co. für unsere Nahrung denkt. Die Sorge um das große Bienensterben der Honigbiene ist ja in aller Munde.

Das Arbeitsteam besteht derzeit aus Mariefa Robert, Marianne Harborg, Eugenie van Meerbeke, Sylke Makulski, Thomas Alfert, Wilhelm Hartmann, Thorben Schoepe, Volker Ebbing und Stefan Leiding. Wer sich an diesem Projekt beteiligen möchte, meldet sich bitte telefonisch oder per email an folgende Ansprechpartner/innen:

Bocholt:
Stefan Leiding
E-Mail: stefannabu@yahoo.de
Tel.: (02871) 2939271

Gescher:
Holger Beeke
E-Mail: gescher@nabu-borken.de
Tel.: (02542) 916865

Gronau:
Thomas Keimel
E-Mail: gronau@nabu-borken.de
Tel.:  (02562) 4521

Heek:
Herbert Moritz
E-Mail: heek@nabu-borken.de
Tel.: (0178) 2817817

Heiden:
Sylke Makulski
E-Mail: makulski.nabu-borken@online.de
Tel.: (01523) 3676296

Rhede:
Mariefa Robert
E-Mail: mfa.robert@o2online.de
Tel.: (02872) 3078570

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