Artenschutz Landwirtschaft — 05 August 2013

Die Renaturierungsmaßnahmen oder Wiederbelebungsmaßnahmen wie der Naturschützer sagen würde an einem Teilabschnitt der Dinkel in Heek von 2011 zeigen erste positive Entwicklungen für selten gewordene Pflanzen- und Tierarten!

Der in der Gemeinde Heek 2011 mit öffentlichen Mitteln in Höhe von 170.000 Euro renaturierte Teillabschnitt der Dinkel im Bereich des Naturschutzgebietes Dinkelniederung, mausert sich zum Highlight für längst selten gewordene Insekten- und Pflanzenarten.

Hier hat man die erste größere Maßnahme zur Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie im Kreis Borken durchgeführt.

Die Artenfülle an Insekten und Pflanzen die üblicherweise an intakten Fließgewässern zu finden ist, hat sich auch hier wieder erstaunlich gut entwickelt. Bürger die sich noch vor kurzem auf einer Gemeindeversammlung über einen zu niedrigen Wasserstand der Dinkel aufgrund abgesenkter Staustufen beklagt haben, sollten sich einmal mit der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie vertraut machen. Hierbei handelt es sich um ein Projekt, zum Schutz und Entwicklung der Gewässer und des Grundwassers.

Gewässerschutz und Naturschutz beschränkt sich nicht allein darauf, jährlich wiederkehrend einen Kübel Jungfische in ein Gewässer zu kippen und es dabei zu belassen.

Der größte Feind aller Oberflächen und Fließgewässer im Kreis Borken sind die zu hohen Nährstoffeinträge aus der industriellen Agrarwirtschaft. Phosphor- und Stickstoffverbindungen stammen größtenteils aus der Düngung landwirtschaftlicher Flächen. Gelangen die überschüssigen Düngemittel über die Bodendrainage in das Gewässer, führt dies zu unnatürlichem Wachstum von Wasserpflanzen, Plankton und Algen. Dieses vom Menschen verursachte Phänomen macht auch besonders der Dinkel regelmäßig zu schaffen. Ein explosionsartiges Algenwachstum setzt plötzlich ein, aufgrund anhaltender Hitze, hoher Nährstoffeinträge, fehlender Beschattung durch Ufergehölze und eines niedrigen Wasserstandes. In kurzer Zeit kippt das ganze Ökosystem in dem Fließgewässer um und der Fluss wird von einer Art Algenteppich überzogen der den Lebewesen darunter den Sauerstoff entzieht.

Das wiederum kann zum Absterben all der Lebewesen führen, die auf den Sauerstoff im Wasser angewiesen sind. Ein derartig negatives Naturschauspiel bahnt sich gerade wieder in Heek an der Dinkel an. Der Fachbegriff für dieses negative und künstlich erzeugte Überangebot von Nährstoffen insbesondere Phosphor heißt “Eutrophierung“. Für einen aktiven Gewässerschutz reicht es deshalb bei weitem nicht aus, große Summen öffentlicher Gelder in bauliche Veränderungen des Flusslaufes zu investieren (Wie hier geschehen, 170.000 Euro, 80% davon vom Land NRW), während man die hohen Nährstoffeinträge aus der Überdüngung landwirtschaftlicher Flächen völlig außer Acht lässt.

Herbert Moritz
Für den NABU Heek

Schlagwörter: , ,

Artikel teilen

About Author

Static Author Display Name