Hallo, liebe Naturfreunde!
Ich möchte Euch mit diesem Artikel die wunderbare Arbeit mit den Bienen vorstellen. Die Honigbiene ist, wie auch die Hummeln, Hornissen, Wespen und Ameisen, ein staatenbildendes Insekt mit einer hervorragenden Anpassung an die naturgegebenen Umstände. Ich persönlich imkere seit 1985 und habe es nie bereut, mich mit diesem außergewöhnlichen Tier zu beschäftigen.

Natur-im-Nordkreis-B-Sept

Am Anfang stand die Waldimkerei (Zeidler) zwischen dem 10. und 17. Jahrhundert. Die Bienen waren noch auf die sich selbst überlassenen Wälder mit ihren in großer Anzahl vorhandenen hohlen Baumstämmen angewiesen. Später kamen dann die von Menschen entwickelten Bienenbehausungen für die Bienenhaltung dazu. Mittlerweile können Bienen in unserer Industrielandschaft ohne die Imker nicht mehr alleine überleben. Wie wichtig die Honigbiene ist, neben den vielen anderen Bienenarten, zeigt die hohe Bestäubungsleistung (ca. 80%).

WildbienenOhne diese Bestäubung gäbe es einen sehr viel geringeren Ertrag und wir müssten ein viel Faches für unser Obst und Gemüse bezahlen. Wer mit der Bienenhaltung anfangen möchte, kann dies auch im eigenen Garten beginnen. Vorher ist erst einmal ein gewisses Fachwissen nötig. Dazu gehört das Studieren von Fachbüchern oder Beiträge aus dem Internet. Für die Praxis ist es von Vorteil,  einen Imkerpaten (Bekannten- oder Freundeskreis) hinzuziehen, der für die entsprechenden praktischen Voraussetzungen sorgt. Imkervereine unterstützen hierbei sehr tatkräftig. Der Zeitaufwand bei der Imkerei ist sehr überschaubar. Im Gegensatz von anderen Arten der Tierhaltung ist die Zeiteinteilung hier sehr variabel zu gestalten.

Neben der großen Bestäubungsleistung produziert so ein Bienenvolk natürlich auch sehr viele für uns Menschen nützliche Produkte. Das sind neben dem Honig noch Bienenwachs, Propolis, Blütenpollen, Gelee-Royale (Königinnenfuttersaft) und Bienengift (für die Medizin). Jetzt kommen wir zu einem Problem, das den gesamten Naturhaushalt betrifft, nämlich die Umweltfaktoren. Als ich mit der Imkerei anfing, waren Flora und Fauna noch einigermaßen in Ordnung aber schon in einem „Schwebezustand“. Die sich hin zu einer Agrarindustrie und Betonwüsten verwandelnde Landschaft macht nicht nur den Bienen schwer zu schaffen.

Wer heute mit offenen Augen durch die Landschaft geht, wird schnell feststellen, das sich die Landschaft sehr zum Nachteil unserer Mitgeschöpfe verändert hat.

Das viel beachtete Bienensterben hat nur wenig mit der in dem Bienenstock lebenden Varroamilbe zu tun, sondern der massive Ausbau von Monokulturen (auch vermehrt genmanipulierter Pflanzen) sowie das damit verbundene Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln. Dieses Ganze, die Anreicherung der Giftstoffe im Bienenkörper und die magere Artenvielfalt der Flora kann auch das stärkste Bienenvolk dahinraffen.

Kors

Wir haben als intelligent denkende Individuen die große Verantwortung für unsere Mitgeschöpfe und ich kann daher nur an alle appellieren, unsere einmalige Natur zu schützen. Die Bienen brauchen uns und wir sind auf sie angewiesen. Wir müssen dafür Sorge tragen, das deren Futterquellen nicht versiegen. Mit diesem Beitrag konnte ich natürlich das Thema Bienenhaltung nur ankratzen. Vielleicht wird in weiteren Beiträgen das „Arbeiten mit Bienen“ weiter fortgeführt.

Ludger Gärtner
für den NABU im Kreis Borken
NABU Gruppe Schöppingen
Fotos : Herbert Moritz

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