Stellungnahme des NABU Kreisverband Borken e.V. zum Thema „Wallhecken, Windschutzstreifen, Baumreihen und Straßenbegleitgrün“.

Natur-im-Nordkreis-Borken-23-01

Die Pflege dieser Naturbereiche wird sehr unterschiedlich gesehen und ausgeführt. Da auch hier der NABU Kreisverband Borken in letzter Zeit immer häufiger von besorgten Mitbürgern und Anwohnern von betroffenen Heckenbereichen angesprochen und aufgefordert wird hier etwas zu tun, möchten wir einige Dinge aus Sicht des ehrenamtlichen Naturschutzes darstellen.

Eins vorweg, früher war auch hier nicht alles besser. Historisch gesehen gab es in allen Kommunen des Kreises Borken und im naheliegendem Umland viele Wallhecken die einst der Abgrenzung und dem Schutz von Grundstücken dienten. Jetzt sind es leider nur noch kleine Restbereiche die den Namen Wallhecke verdienen.

Der umgangssprachliche Begriff für Hecken ist nunmehr Windschutzstreifen und, oder Straßenbegleitgrün. Bei Wallhecke hat man eine Vorstellung eines Walles der mit vielen verschiedenen Bäumen und Sträuchern bepflanzt wird und eine gewisse Abgrenzung und auch einen Schutzbereich darstellt.

Auch die Namen Windschutz- STREIFEN und STRASSEN- Begleitgrün lassen den Sinn der Anpflanzung erkennen.

Das sich die Landschaft hier und in vielen anderen Bereichen stark verändert hat, liegt in der Natur der Sache. Viele Gründe haben dazu beigetragen, dass sich unsere Landwirtschaftlichen Flächen, Hecken, Straßen und Baugebiete etc. sehr verändert haben.

Viele von den oben benannten Dingen sind mehr geworden, Hecken sind leider weniger geworden. Einige Landschaftselemente brauchen auf Dauer Pflege.

Zum Beispiel : Kopfweiden müssen beschnitten werden, Hecken etc. sollten auch gepflegt werden, damit der ökologische Sinn der Anpflanzung auch erhalten bleibt.

Früher hat man dann den Fehler begangen und hat aus Kostengründen viele Hecken von vorne bis hinten runtergeschnitten, man sprach dabei von „auf den Stock“ setzen. Nicht nur das optische Bild der Hecke war damit verschwunden, nein auch der „Lebensraum“ Hecke war für einige Jahre verloren.

Viele Bürgerinnen und Bürger hat das gestört und in vielen Gesprächen zwischen Bürgern, Naturschutzverbänden und Behörden hat man erreicht, dass sich hier schon etwas verändert hat. Man hat erkannt, dass ein abschnittsweises Bearbeiten der Hecken zwar etwas aufwendiger und auch teurer ist, hiermit aber den Lebensraum Hecke in verschiedenen Bereichen erhalten und dennoch gut pflegt werden kann.

Das war doch ein Weg in die richtige Richtung, schaut man sich aber derzeit bei uns mal genauer um, erkennt man, dass die sogenannte Pflegearbeiten aus unserer Sicht in Teilbereichen schon wieder übertrieben werden.

Übermäßige Entnahme, dann das Schnittgut viele cm dick im Bodenbereich der Hecke aufgebracht, dass ist aus ökologischer Sicht nicht richtig.

Altholzbestände gibt es kaum noch sogenannte „Überhälter“ werden viele Meter hoch aufgeastet das Unterholz der Hecke entnommen und kleingehäckselt. Auch hier bedarf es unserer Meinung nach ein Umdenken. Das Schnittgut sollte in der Hecke verbleiben, Altholzbestände sollten erhalten und gepflegt werden, neue Hecken sollten mehr gepflanzt werden. Einheimische Bäume und Sträucher sollten die „Exoten“ ersetzen.

Über die Bedeutung der Hecke als Lebensraum für sehr, sehr viele Insekten,Schmetterlinge, Vögel und Säugetiere haben wir jetzt noch nicht einmal gesprochen. Es gibt darüber reichlich Informationen, nicht nur beim NABU, auch im Internet etc.

Die Pflegearbeiten an den Hecken,Windschutzstreifen und am Straßenbegleitgrün wird von mehreren zuständigen Behörden , Städten und Gemeinden durchgeführt,teilweise pflegen Landwirte diese Bereiche und auch Naturschützer sind mach mal mit Pflegearbeiten beauftragt.

Eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Hecken und ein abschnittsweises Pflegekonzept sollte mit den Anliegern und Naturschutzverbänden vor Beginn der Pflegearbeiten abgestimmt werden.

Liebe Bürgerin und Bürger, wie sie auch hier erkennen können, sieht sich der NABU nicht nur als Ankläger, sondern wir möchten uns einbringen und um Verständnis und um ihre Mitarbeit im Sinne das ehrenamtlichen Naturschutzes bitten.

Rolf Souilljee
für den Vorstand des NABU Kreisverbandes Borken e.V.

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