Der Strukturwandel in der Landwirtschaft hat sich verlangsamt aber die Aufgabe kleinerer Betriebe setzt sich unvermindert fort, wenn auch auf niedrigerem Niveau wie in den Vorjahren. Während im Jahre 1991in  NRW noch knapp 61.000 Betriebe in der Landwirtschaft ihr Einkommen bestritten, so hat sich deren Anzahl bis Ende 2013 auf ca. 34.300 Betriebe verringert.

Agrarstrukturreform

Diese Zahlen wurden vom Landesbetrieb Information und Technik NRW im Rahmen der Agrarstrukturerhebung ermittelt. Hierbei handelte es sich um Betriebe mit einer Größe ab 5 ha landwirtschaftlicher Fläche.

Aktuell ergibt sich für die 5 Regierungsbezirke NRW’s damit folgendes Bild nach Anzahl der Betriebe:
Münster: 10.500
Detmold: 7.500
Arnsberg:  5.900
Düsseldorf: 5.000
Köln: 5.400 Betriebe

Die Tendenz nach immer mehr größeren Hofstellen nimmt merklich zu. Durch den Strukturwandel  „Weichen oder Wachsen“ sind die Betriebe ab 100 ha und mehr, von 1991 mit 768 Betrieben bis zum Jahre 2013 auf 3.053 Betriebe angewachsen. Viele Betriebe erwirtschaften mittlerweile ein zusätzliches Einkommen aus Nebenbetrieben (Photovoltaikanlagen, Agrargasanlagen, Windenergieanlagen) sodass die Urproduktion Landwirtschaft auf einigen Höfen in Bezug  auf das Einkommen nicht mehr die Haupteinnahmequelle ist.

Zwischen 1991 und 2013 hat sich die zur Verfügung stehende Anbaufläche für die Landwirtschaft jedoch um fast 70.000 ha verringert, sogenannter Flächenfraß in Form von neuen Straßenbauprojekten, Erweiterung von Industrie- und Wohngebieten waren hierfür ursächlich.

Interessant sind auch noch ein paar andere Zahlen in diesem Zusammenhang. Bei den immer größer werdenden Anbauflächen, intensivster Bewirtschaftung und gigantischer landwirtschaftlicher Maschinen bleibt keine Zeit mehr um Unkraut zu hacken oder möglichen Schädlingen mit umweltverträglichen Mitteln zu Leibe zu rücken. Der deutsche Agrarwirt greift da gerne in der Regel und ohne zu zögern zu Pestiziden und hat eine breite Palette zur Auswahl.

Im Jahr 2012 gab es in Deutschland ca. 729 Mittel mit insgesamt 261 verschiedenen Wirkstoffen da findet sich für jeden etwas. Laut Angaben des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit stieg der Inlandsabsatz von Pestiziden ab 2003 von 35755 Tonnen auf über 45527 Tonnen in 2012 an, und dass obwohl sich im gleichen Zeitraum die landwirtschaftlichen Flächen um tausende Hektar verringerten.

Glyphosathaltige Breitbandherbizide wie Roundup werden großflächig eingesetzt, also Gifte die nicht einzelne unerwünschte Pflanzen angreifen, sondern den gesamten Bewuchs. Der NABU sieht den Einsatz von Herbiziden kritisch. Totalherbizide machen die Natur kaputt und zerstören den natürlichen Lebensraum. Wer sich also fragt warum der Absturz unserer heimischen Niederwild- und Wiesenvögelbestände so schnell voranschreitet, der hat hier sicherlich schon mal eine todsichere Ursache dafür vorliegen.

Herbert Moritz
für den NABU im Kreis Borken

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