Artenschutz NABU vor Ort Rhede — 25 Juli 2014

„Da ist ja sogar die Heide-Nelke!“ – begeistert geht Dr. Thomas Hövelmann gemeinsam mit den Aktiven Mariefa Robert und Marianne Harborg vom NABU Rhede durch die artenreiche Wildwiese am Lönsweg. Neben der gefährdeten pinkfarbenen Nelke findet der Diplom-Biologe noch eine ganze Reihe weiterer selten gewordener Wiesenblumen: Margerite, Flockenblume, Echtes Labkraut und Rapunzel-Glockenblume sind nur einige davon, die Liste ließe sich noch lang fortführen. Marianne Harborg, die als Schmetterlingskennerin unter anderem auch das Tagfalter-Monitoring vor Ort betreut, weist zudem auf die vielen Tagfalter hin, die sich an den vielfältigen Blüten laben. In der ansonsten eher monotonen Umgebung mit Maisacker, Gehölz und Straße wirkt die Fläche wie eine bunte Oase.

Insekten an Flockenblume_Leandra Hitz Thomas Hövelmann zeigt den Aktiven vom NABU Rhede die Wiesenblumen_Leandra Hitz

Die örtliche NABU-Gruppe hatte mit viel Eigeninitiative vor fünf Jahren die Ausgleichsfläche in Absprache mit der Unteren Landschaftsbehörde mit einer Einsaat aus heimischen Arten eingesät und seitdem mit Hilfe eines Schäfers und gelegentlicher Mahd gepflegt. Hövelmann, der auf Einladung des NABU Rhede die Fläche begutachtete, war beeindruckt, wie gut sich die Fläche entwickelt hat: „Mit der Wahl der Einsaat aus einheimischen Arten aus hiesiger Herkunft hat die Gruppe alles richtig gemacht. Außerdem hat sich die Fläche durch die geeignete Unterhaltung sehr gut zu einer stabilen, arten- und blütenreichen Wiese entwickelt.“ Der magere Sandboden in Nachbarschaft zum Rheder Bach erwies sich dabei als idealer Standort.

Die Arten, die aktuell auf der Roten Liste der gefährdeten Farn- und Blütenpflanzen des Landes NRW stehen, gibt Hövelmann an Ort und Stelle in sein Smartphone ein. „Wir sammeln Fundorte und Bestandesgröße dieser Arten als Grundlage für die Aktualisierung der Roten Liste“. Dafür sucht der NABU auch freiwillige Helfer, Informationen dazu gibt es unter http://www.florenkartierung-nrw.de.

Als ideale Ergänzung regt Hövelmann den Bau einer Wildbienen-Nistwand an: „Nahrung gibt es hier in Hülle und Fülle, mit einer schönen Nisthilfe könnten dann auch noch ausreichend Brutmöglichkeiten für die gefährdeten Wildbienenarten hergestellt werden.“

Am Donnerstag, 31. Juli, bietet der NABU Rhede eine Führung über die Lönswegwiese und weitere Flächen an. Treffpunkt ist um 18:30 Uhr am Vereinsheim in der Lindenstr. 7. Wer hat, sollte ein Fernglas mitbringen. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich. Von April bis September finden regelmäßig jeweils am 1. und 3. (und ggf. 5.) Donnerstag im Monat Ausfahrten mit dem Fahrrad in die Rheder Natur statt.

Bilder (Bildautorin NABU/Leandra Hitz):
Thomas Hövelmann mit Marianne Harborg (links) und Mariefa Robert vom NABU Rhede
Dickkopffalter und Schwebfliege freuen sich über die blühende Wiesen-Flockenblume

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