Dieser Bericht/Artikel kann wohl stellvertretend auf andere Kommunen im Kreis Borken so oder ähnlich übertragen werden. Die Heeker Gemeinde steht aber vermutlich in einem Punkt absolut kreisweit an der Spitze, z.B. was den Flächenverbrauch betrifft und in Bezug auf fehlenden ökologischen Sachverstand. Zweimal im Jahr lässt sie ca. 130 Kilometer Randstreifen an Fahrradpättkes und Gemeindestraßen durch externe Lohnunternehmer kurzmulchen. Da dies aber bereits Anfang Juni geschieht, kommt dieser Unsinn für die heimische Insektenwelt und die Wildblumen quasi einem Totalverlust gleich.

Einhundertdreißig Kilometer beidseitig mulchen macht 260 Kilometer mal 1 Meter Randbreite gleich 260.000 Quadratmeter.

Gewässerandstreifen Heek-Nord Mai 27.052014 008 Kulturlandschaft Juli 2014 018 Pflanzengift Mai 2014 004 Randstreifen 04.06.2014 019 Randstreifen 04.06.2014 023 Randstreifen Juli 2014 004 Randstreifen Juli 2014 007

Eine unvorstellbare Größenordnung an Natur, die hier grundlos beschädigt wird. Durch das abgemähte Gras, das auf der Fläche verbleibt, entsteht eine Verfilzung der Oberfläche, was die Wildblumen und Wildpflanzen quasi erstickt. Allen Naturliebhabern und Jägern sträuben sich über einen so unsensiblen und unüberlegten Umgang mit der Natur die Nackenhaare. Ein einmaliges Mähen im Herbst wäre völlig ausreichend und würde auch die Kosten senken. Bei Wegrainen handelt es sich um nicht landwirtschaftlich genutzte Flächen, die dem Bundesnaturschutzgesetz unterliegen. Das Ausmähen der Kreuzungs- und Einmündungsbereiche der Straßen zwecks besserer Übersicht würde hier völlig ausreichen.

Liebe Naturfreunde, Sie sehen an diesem Beispiel, wie pures Unwissen über ökologische Zusammenhänge großen Schaden anrichten kann. Setzen Sie sich deshalb bitte auch in ihrer Gemeinde/Stadt/Dorf mit dem zuständigen Amtsleiter in Verbindung und versuchen Sie diesen groben Unfug zu verhindern. Nur dann besteht für die Natur in der durchindustrialisierten Agrarsteppe des Kreises Borken zumindest noch eine kleine Chance, dass ein Bruchteil der heimischen Insekten und Wildpflanzen überleben kann.

Bemerkung zu den Fotos: Sie sehen das Mulchen der Randstreifen und den Verbleib der Biomasse auf dem Streifen, mit Pflanzenschutzmitteln abgespritzte Randstreifen, sowie der Versuch der Landwirtschaft, durch künstliche angelegte Blühstreifen wieder etwas mehr Leben in die Natur zu bringen.

Herbert Moritz
heek@nabu-borken.de
für den NABU im Kreis Borken
Ortsgruppe Heek

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