Landwirtschaft Leserbriefe — 12 Januar 2015

Der Kreis Borken ist mit seiner Tierveredelungsindustrie und seinen etwa 90 Agrargasanlagen der absolute Hotspot im Münsterland. Man hat den Eindruck, dort wird getestet, wie weit Menschen sich die Entfremdung ihres Lebensumfeldes und des Naturraumes gefallen lassen und wie weit die gesundheitlichen Belastungen durch Emissionen und Wasserverschmutzung noch verkraftbar sind.

Ahaus-Nord 12-2014 022

Aus der Distanz heraus beobachte ich mit Entsetzen, was mit dem richtigen Parteibuch in der Hand alles genehmigt wird. Ein gutes Beispiel sind die riesigen Hühnermastställe in Landschaftsschutzgebieten (Schöppingen). Ohne näher auf das Thema Tierwohl eingehen zu wollen, möchte ich folgenden Vorschlag machen: Die Bundesregierung müsste nur die jetzt noch sehr lückenhafte Lebensmittelkennzeichnungspflicht verändern. Dann wäre das Gezanke zwischen Agrarlobby, Natur- und Tierschützern vermutlich schnell beendet.

Wenn Hersteller auf plastikverpackte Schweinelendchen schreiben müssten: Das Tier wurde mit Antibiotika und genmanipuliertem, glyphosathaltigen Soja aus Argentinien gefüttert, dann hätte der Verbraucher die Chance zu erkennen, dass er mit dem Verzehr ein gesundheitliches Risiko eingeht und dass die Regenwaldabholzung für Futtermittel in Europa unser Klima sehr negativ beeinflusst. Bei der Kennzeichnungspflicht von Tabakwaren „Rauchen kann ihren frühen Tod bedeuten“ hatte man doch auch keine Skrupel mit der Wahrheit.

Brigitte Meibeck
Scharnhorststr. 4
48268 Greven
Tel.: 0176-51979852

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