Landwirtschaft Leserbriefe — 02 Februar 2015

Wo fängt Agrarindustrie an und hört bäuerliche Landwirtschaft mittlerweile auf? Ich denke beides liegt dicht beieinander und ist bestenfalls an den Rändern noch unscharf und die Übergänge sind für den Bürger nicht mehr zu erkennen. Die Landwirtschaft sollte sich stets bewusst sein, dass es bei ihr um die Entwicklung lebender Wesen geht, in der Industrie hingegen um die Verarbeitung toter Dinge, und das ist ein großer Unterschied.

Bäuerlichkeit und selbsternannte Naturschützer

Vielmehr entscheidet sich für mich das Bäuerliche weniger an der Betriebsgröße als an einer wertebezogenen Grundeinstellung. Bäuerlich wirtschaften all diejenigen noch, die den Boden als etwas Lebendiges und Leben spendendes auffassen, die in Pflanzen und Tieren Lebewesen mit spezifischen Bedürfnissen erkennen, und nicht nur Biomasse sowie möglichst effiziente Dünger- oder Futterverwertungsmaschinen in ihnen sehen.

Wenn Herr Heuping, Redakteur bei den Westfälischen Nachrichten in Gronau, in seinem Artikel vom 24.Januar 2015 von sogenannten selbsternannten Naturschützern spricht, dann müssten diese bei der erdrückenden Übermacht der Agrarlobby wohl sehr viel Zivilcourage aufbringen, Respekt. Andererseits gibt es dann vermutlich auch selbsternannte Landwirte, die ob ihrer Größe stets dann unter dem Deckmäntelchen der Bäuerlichkeit noch Schutz suchen, wenn auffällt, dass sie schon lange nicht mehr dazugehören.

Thomas Keimel
48599 Gronau

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