Es ist schon erschreckend wie einseitig und in welcher arroganten Art die “Herren Grünröcke” die Natur und die darin lebenden Tiere bewerten. Nur was zu abzuschießen ist, das zählt.

Vor einigen Tagen beklagten die Rheder Jäger, dass die Abschüsse bei Hasen und Fasanen stark zurück gehen. Dann kommt die Aussage, möglicherweise sei die Chinaseuche für den Rückgang der Feldhasen verantwortlich. Nur nicht über Maismonokulturen und Pestizideinsätze sprechen. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Möglicherweise spielt aber die immer zunehmende Lebensraumvernichtung für diese Tierarten eine maßgeblichere Rolle als die genannte Seuche. Aber das wird lieber nicht hinterfragt, warum nur?

Jetzt in Isselburg das gleiche Gejammer. Es sollten weniger Tiere abgeschossen werden, um Himmels willen!

Da ist die Not doch schon groß, da wollen doch Biologen, Fachleute und Politiker einiger Parteien den “Halbgöttern in Grün” das Töten von seltenen Tierarten verbieten, da hört der Spaß für die Schießer aber auf.

Vor einigen Tagen konnte man lesen, dass die Jäger sich über steigende Mitgliederzahlen freuen. Immer mehr Jäger jagen also immer weniger werdende Hasen und Fasane, wo soll das noch hinführen? Da kann man auch verstehen, dass die Jäger eine Großdemo gegen die schon längst überfällige Novellierung des Jagdgesetzes in NRW aufrufen, die haben einfach nur Angst, bald nichts mehr abschießen zu können.

Herr Nienhaus Lensing behauptet, 75 % der Bevölkerung sei für die Jagd, denn diese Leute wissen ja nicht, wie viele Tausend Tiere allein im letzten Jahr im Kreis Borken abgeschossen wurden. Wenn die Bevölkerung diese Zahlen hört, dann sieht die Sache ganz anders aus. Alles wird weniger, aber Verzicht auf die Bejagung von ein paar seltenen Tierarten kann man da von Jägern nicht erwarten, dafür juckt der Zeigefinger dann doch noch zu sehr.

Was tun die Jäger denn für den Erhalt der Natur, z.B. im Bereich Feuchtwiesenschutz, für nicht-jagdbare Arten? Aber in der Öffentlichkeit tut man so, als seien die Jäger die größten Naturschützer und alle anderen hätten keine Ahnung. Die meisten Jäger kennen den Begriff Biodiversität überhaupt nicht, aber es wird dagegen protestiert.

Es bleibt bei den Aussichten: immer mehr Jäger und immer weniger Tiere zum Erschießen, nur die Hoffnung, dass der verbreitete Witz „Treffen sich zwei Jäger, beide tot.” sich nicht schon bald bewahrheitet.

Rolf Souilljee,
NABU Kreis Borken.

Artikel teilen

About Author

Static Author Display Name