Der NABU Kreisverband Borken e.V. bittet die Bevölkerung um Unterstützung.

Nun ist er wieder da, der Ministererlass zum Schutz der Kiebitze.

Die Landwirtschaftskammer hat in Zusammenarbeit mit dem Ministerium eine Vereinbarung getroffen, damit einer der bekanntesten Wiesenvögel nicht auch noch völlig aus unserer Natur verschwindet.

Der Rückgang von vielen Feuchtwiesenvögeln, Amphibien, Fluginsekten usw. wird schon einige Jahre lang beobachtet und die derzeitigen, bestehenden Schutzmaßnahmen scheinen leider nicht ausreichend, um das zu stoppen.

Der NABU begrüßt daher insbesondere diese Initiative auch aus der Landwirtschaft.

Kiebitz _MG_2071 HGlader

Worum geht es da?

Der Kiebitz ist als Bodenbrüter sehr von den Maßnahmen der täglichen Landwirtschaft abhängig.

Neben Witterungseinflüssen führen auch in der Brutzeit von März bis ca. Mitte Mai, Einsaat, Bodenbearbeitung, Mäharbeiten etc. dazu, dass fast keine Jungvögel mehr groß werden.

Dazu kommen auch noch natürliche Prädatoren wie Fuchs, Greifvögel, Katzen etc., die das Überleben für die Jungvögel und auch die Altvögel nicht gerade einfach machen.

Daher ist es um so erfreulicher, dass man nun gemeinsam etwas dagegen tun möchte.

Der Ministererlass beinhaltet eine Entschädigung für Landwirte, auf deren Ackerflächen Kiebitze brüten.

Die Vorgehensweise ist folgendermaßen:

Es geht in erster Linie nur um Ackerflächen.

Für den Bewirtschaftungsaufschub bis zum 10. Mai auf Maisanbauflächen mit Kiebitznachweisen wird ein Ausgleichsbetrag von 280 Euro pro ha. gezahlt.

Wenn man sieht, dass ein Paar oder auch mehrere Paare Kiebitze sich auf einer Ackerfläche aufhalten und dort auch brüten, dann ist unverzüglich die untere Naturschutzbehörde des Kreises Borken zu informieren.

Die spricht mit dem Bauern oder Landwirt und erklärt die Vorgehensweise, um an eine entsprechende Entschädigung zu kommen, wenn durch diese Brut wirtschaftliche Einbußen entstehen, falls man später einsähen oder mähen soll etc.

Der NABU hat zwar einige freiwillige Helfer, die derzeit diese Kiebitzbeobachtungen notieren und prüfen, es wäre aber toll, wenn die vielen naturinteressierten Bürger sich hier auch einbringen könnten.

Die Beobachtungen der Kiebitze, zum Beispiel bei Ihren Sonntagsspaziergängen oder bei der nächsten Fahrradtour, könnten mit dazu beitragen, dem Kiebitz und auch anderen Tieren zu helfen.

Bitte notieren Sie sich den Acker, wo der Kiebitz brütet und rufen Sie beim Kreis oder beim NABU an. Sie könnten aber auch den Bauer oder Landwirt sofort informieren, dass Kiebitze auf seiner Fläche brüten und er bitte darauf achten soll, wenn er den Acker bestellt.

Wir vom NABU KV Borken würden uns freuen, wenn sehr viele Bürgerinnen und Bürger sich an dieser Aktion beteiligen würden.

Mit Dank im voraus,
R. Souilljee für NABU Borken e.V.

Heimische Wat- und Wiesenvögel bereits mitten im Brutgeschäft

Aufgrund der milden Witterung sind die meisten der heimischen Wat- und Wiesenvögel bereits mitten in ihrem Brutgeschäft. Brachvogel, Uferschnepfe, Bekassine, Austernfischer und Kiebitz bereichern die Natur mit ihrem Gesang und akrobatischen Balzflügen.

Der Kiebitz zum Beispiel, bekannt als Gaukler der Lüfte, beginnt seinen Flug in horizontaler Flugweise, danach stürzt er halsbrecherisch in Richtung Boden und setzt den Schauflug im Zickzackkurs knapp über dem Boden fort. Er ist es auch, deren Nester bereits jetzt schon mit bis zu vier Eiern belegt sind. Fatalerweise trifft sein Brutgeschäft mit der Frühjahresbestellung der Ackerflächen durch die Landwirte zusammen.

Wasser April 2015 004 Amel. April 2015 012 Kiebitz-Heek 12.04.2015 026 Amel. April 2015 058 Kiebitz-Heek 12.04.2015 019 Kiebitz-Heek 12.04.2015 028 Kiebitz-Heek 12.04.2015 017 Wasser April 2015 005 Natur im Nordkreis- 04-2015 006

Hierdurch wird jedes Jahr das komplette Erstgelege dieser Vogelart durch die Bodenbearbeitung zerstört. Von der zweiten möglichen Brut gelingt es nur noch einem Bruchteil der Jungvögel dieser bemerkenswert schönen Vogelart in ein überlebensfähiges Alter zu gelangen. Da der Kiebitz bis zu 20 Jahre alt werden kann sind auf den zu beobachtenden Flächen außerhalb von Naturschutzgebieten vermutlich überwiegend nur noch Restpopulationen von Altvögeln zu beobachten. In Zusammenarbeit mit der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Borken, der Biologischen Station Zwillbrock und den beiden Naturschutzverbänden NABU und BUND, weisen alle Institutionen ausdrücklich darauf hin, dass von März bis Ende Juni jegliche Störung in den Naturschutzgebieten zu unterlassen ist. Besonders bei den ortsnahen Naturschutzgebieten im Kreis Borken hat das durchstreifen dieser Bereiche durch Personen mit freilaufenden Hunden bereits zu einem Totaleinbruch bei den heimischen Wiesenvögeln geführt.

Herbert Moritz
für den NABU im Kreis Borken

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