Heek Jagd Leserbriefe — 17 August 2015

Leserbrief von Herbert Moritz zum Artikel „Theodor Pass bricht eine Lanze für die „Auslandsjagd““ in der Münsterlandzeitung.de

Es steht jedem Bürger frei, was er sich in seinem Heim an die Wand hängt, der eine ein Bild, der andere Gehörnknochen oder andere Trophäen toter Wildtiere. Neben der positiven Darstellung der Großwildjagd durch Herrn Pass, in der oft klischeehaft behauptet wird, dass sie den „armen Afrikanern“ Arbeit z.B. als Safariführer, Köche und Träger ihres Camps verschaffen, gibt es jedoch noch eine dunkle Seite.

Es wird auch nicht erwähnt, wie viele einheimische Menschen mittlerweile extra aus diesen Gebieten vertrieben wurden, um reichen ausländischen Großwildjägern eine ungestörte Jagd zu ermöglichen. Ebenso wenig lässt sich in den oft mit Korruption bedrohten Ländern erklären, wo die Einnahmen aus diesem Geschäftsmodell versickern.

Herr Pass behauptet, er habe noch keinen Naturschützer gesehen, der im Frühjahr Junghasen, Kitze oder Fasanen rettet oder schützt. Sorry, bei ca. 3.200 Jagdscheininhabern im Kreis Borken sollte er doch mal hinterfragen, was diese kleine bewaffnete Privatarmee unter Hege und Pflege überhaupt noch versteht. Es ist absolut nicht die Aufgabe der Naturschützer, dafür zu sorgen, dass der Waidmann etwas vor die Flinte bekommt. Für den Naturschützer zählen Begriffe wie Biodiversität, Biotopverbundsysteme, alle Pflanzen und Tiere und viele andere Dinge.

Gerne können uns die Jäger alljährlich bei der Biotoppflege im Auftrag der Unteren Landschaftsbehörde und der Biologischen Station von Oktober bis Ende Februar in den kreisweit 67 Naturschutzgebieten unterstützen. Diese Gebiete würden nämlich ohne regelmäßige Pflegemaßnahmen durch den gigantischen Strickstoffeintrag aus der Agrarwirtschaft völlig zu wuchern, mit einigen wenigen Arten, die mit diesen Bedingungen zurecht kommen.

Herbert Moritz
Heek

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