Heek Landwirtschaft — 15 Oktober 2015

Flüsse, Bäche und das Grundwasser im Nordkreis Borken

Zu einem Informationsgespräch bezüglich der aktuellen Situation zum Stand und der Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) im Nordkreis Borken trafen sich vergangene Woche Vertreter der NABU Ortsgruppe Heek und der Kreispolitik. Monika Ludwig, Kreissprecherin von Bündnis 90 die Grünen und Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft Ökologie in NRW, informierte sich vor Ort über den Zustand der Oberflächen- und Fließgewässer in der Kommune Heek. Der Kreis Borken hat ca. 3.400 km Gewässerstrecke (Gräben, Vorfluter, Bäche, Flüsse), die alle in Richtung Niederlande fließen. In NRW, und besonders auch im Kreis Borken, gibt es viele Gewässer, die von den Menschen stark verändert wurden. Besiedlung, Bergbau, Industrie und besonders die intensive Landwirtschaft in den letzten Jahren haben bis heute ihren Tribut gefordert.

Nienborger Dinkelwiesen 19.06.2015 039 Usedo. 16.09.2015 004

Usedo. 16.09.2015 010 WRRL -EU-Heek 25.09.2015 007

Nienborger Dinkelwiese

Wie man in den Bildern sehen kann, werden Gewässer nach wie vor nicht nur in ein viel zu enges Korsett gezwängt, sämtliche Gewässerpflanzen werden radikal entfernt. Die dargestellten Algenteppiche sind eine direkte Folge der Überdüngung durch die Landwirtschaft.

Probleme mit zu hohen Nitratgehalten und Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in den Gewässern nehmen ständig zu. Besondere Themen bei dem Gespräch waren die längst überfälligen Änderungen an der Düngeverordnung sowie die Einhaltung von Ufer- und Gewässerrandstreifen durch die landwirtschaftlichen Betriebe. Gerade durch das Nichteinhalten bestimmter Abstände zu den Rändern der Fließgewässer kommt es immer wieder zu diffusen Einträgen von Pflanzenschutzmitteln oder Nährstoffeinträgen durch sogenannte Wirtschaftsdünger wie Gülle.

Beeindruckt waren die Teilnehmer der Veranstaltung von der positiven Entwicklung der in einem ca. 800 Meter langen Teilabschnitt 2011 renaturierten Dinkel auf dem Heeker Gemeindegebiet. Für mich als Naturschützer ist es besonders wichtig, stets guten und direkten Kontakt zu den Endscheidern der Politik zu haben. Hierzu pflege ich regelmäßig die Kontakte auf der Kommunal-, Kreis-, Landes- bis zur Bundestagsebene. Wichtig ist es, bei diesen Institutionen direkte Ansprechpartner zu haben und diese stets mit den aktuellsten Informationen und Geschehnissen aus unserem Kreisgebiet zu informieren. Nur so können wir verhindern, dass Politiker wie MdB (CDU) und WLV Präsident Johannes Röring aus Vreden den Rest seiner Kollegen weiterhin mit verharmlosenden Märchengeschichten über die wahren Zustände der Landwirtschaft und der Natur im Kreis Borken hinters Licht führen kann.

Herbert Moritz
für den NABU im Kreis Borken.

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