Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten Sie in Kenntnis setzen, dass wir die Landwirtschaftskammer des Kreises Borken mit nachfolgenden Brief angeschrieben haben.

Gewaesserverschmutzung-im-Kreis-Borken

Sehr geehrte Damen und Herren,

am Dienstagabend, dem 12.01.2016, trafen sich einige Vertreter der im Kreis Borken tätigen Naturschutzgruppierungen.
Unter Tagesordnungspunkt 3 wurde zum wiederholten Male das Thema „Einleitungen in Bäche und Flüsse“ im Kreis Borken besprochen. Belege für gesetzwidrige Abwassereinleitungen, erkennbar an dem massenhaften Auftreten von Abwasserpilzen in den Fließgewässern (meist Vorflutern), liegen uns zahlreich vor.

Nach langer Diskussion haben wir uns auf einige Schwerpunkte einigen können, die wir Ihnen hier vortragen wollen.

Es wurde festgestellt, dass zahlreiche Einleitungen in Gewässer mit in der Nähe liegenden Silageanlagen oder in der Nähe liegenden Biogasanlagen in Verbindung gebracht werden können.

Es ist für uns unverständlich, dass offensichtlich Auffanganlagen fehlen. Es kann nicht sein, dass die Anlagen ohne entsprechende Auffanganlagen betrieben werden. Auch ein laufender Antrag für den Bau einer solchen Anlage kann nicht ausreichen, um die Ableitung von Sickerwasser erst einmal zu dulden.

Durch die Abwässer werden die Kleinstlebewesen der Gewässer getötet, auch die Nahrungsketten werden in Mitleidenschaft gezogen (siehe Beitrag in der Lokalzeit Münsterland vom 19. Januar 2016). Auch am 22.01.2016 sind diesbezüglich div. Artikel im BBV erschienen.

Der Vorstand des NABU Kreisverband Borken, der Vorsitzende des BUND im Kreis Borken und die Vertreter des Naturschutzvereins Stadtlohn, des Naturschutzvereins Gronau und des Natur- und Vogelschutzvereins Borken, der Vorsitzende der Naturfördergesellschaft im Kreis Borken sowie auch die Vertreter der Angelsportvereine sind der Meinung, dass es nicht die Aufgabe des ehrenamtlichen Naturschutzes oder der Angler sein kann, in diesem Thema als Kontrollorgan tätig zu werden.

Dies ist primär die Aufgabe der Einleiter bzw. bei eindeutigen Einleitungen aus der Landwirtschaft die der Ortslandwirte oder der Landwirtschaftsverbände der Städte und Gemeinden.

Wir würden es sehr begrüßen, wenn die für die Landwirtschaft zuständigen Stellen zu diesem Thema zeitnah einmal eine eindeutige und klare Stellungnahme in der Presse abgeben würden, inwieweit die Landwirtschaft an diesen Einleitungen beteiligt ist.

Gleichzeitig verlangen wir eine Stellungnahme zu der Frage, welche Konsequenzen sich für die Einleiter im Falle des Verstoßes gegen die gesetzlichen Bestimmungen ergeben.

Bei dieser Thematik können die in der Landwirtschaft tätigen Institutionen beweisen, dass Landwirtschaft, wie von ihr behauptet, aktiven Naturschutz betreibt, d.h. dass nicht nur Phrasen gedroschen werden, sondern wirklich Taten folgen.

Wir appellieren an die mit der Landwirtschaft betrauten Organisationen, die von uns festgestellten Einleitungen den Gesetzen entsprechend zu unterbinden und in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden zu ahnden.

Rudolf Souilljee

Im Namen aller in diesem Bericht benannten Gruppen und Verbände

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