Wir als Naturschützer haben bereits damit gerechnet, dass auf unsere mit Fakten aus wissenschaftlichen Untersuchungen und Publikationen gestützte Stellungnahme „der Wolf als ökologischer Glücksfall“ eine derartige Gegendarstellung folgen würde. Doch der Reihe nach.

Fakt ist, dass Wölfe, wie alle anderen Beutegreifer auch, vor allem kranke und schwache Tiere erbeuten. Weshalb sollten sie sich auch an gesunde Tiere machen? Diese sind viel schneller und wehrhafter, das bedeutet für den Wolf nur einen unnötig hohen Energieverlust. Das kann sich schlechterdings kein Wildtier erlauben!

Das reißen der Schafe ist schlichtweg damit zu begründen, dass Haustiere durch die Domestikation zumeist nicht mehr die Instinkte und Reaktionen aufweisen, die ansonsten gesunde Wildtiere zeigen. Zum anderen sind die Tiere durch einen Zaun in ihr Gehege eingepfercht, sodass sie gar keine Chance haben dem Wolf zu entkommen. Es gibt aber Maßnahmen zum Herdenschutz, damit es gar nicht erst so weit kommt.

Fakt ist zudem, dass der Wald durch Wölfe gesundet, weil die Pflanzenfresser auf eine gesunde Population dezimiert werden. Der Wolf sucht tatsächlich die kranken Tiere heraus. Das ist nachweislich für eine Wildpopulation sehr förderlich.

Jäger schüren Ängste

Was uns als Naturschützer allerdings wirklich ärgert, ist das Schüren von Ängsten in der Bevölkerung. In einem der wichtigsten Standardwerke über den Wolf, „Der Wolf“ vom weltweit anerkannten und geschätzten Wolfsexperten und Wildbiologen Erik Zimen, wird u. a. über den vermeintlichen Konflikt zwischen Mensch und Wolf berichtet. Zimen stellt beispielhaft dar, wie in den Karpaten und in Rom (!) die Wölfe in friedlicher Koexistenz zum Menschen leben. Nun ist die Dingdener Heide nicht Rom, es leben einige Menschen weniger dort. Nach und nach wandern die Wölfe aus den Abruzzen in die Weltstadt, um sich dort vom Wohlstandsmüll des Menschen zu ernähren. In der auch nachts belebten Stadt ist es laut Literatur noch nie zu irgendwelchen Zwischenfällen gekommen. Das Fehlverhalten einzelner Wölfe resultiert eher daraus, dass manche Menschen aus einer falsch verstandenen Tierliebe die Wölfe füttern. Gleiches erlebt man gegenwärtig in Berlin mit den Füchsen und den Wildschweinen. Und dann wundern sich die Menschen, dass die Tiere ihre einstige Scheu verlieren und irgendwann ein anormales Verhalten zeigen und möglicherweise aggressiv auf den Menschen reagieren.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass eine friedliche Koexistenz zwischen Mensch und Wolf möglich ist. Der Wolf sollte dabei wild bleiben und – falls nötig – durch Vergrämungsmaßnahmen auf Distanz gehalten werden. Er darf aber keineswegs geschossen werden! Die Haustiere gilt es durch enstprechende Gatter zu schützen. Dann ist der Wolf auch in unserer Region ein Glücksfall, denn er ist und bleibt nach wie vor ein einheimisches Tier. Die Ausrottung vor einigen hundert Jahren ist also kein Beleg dafür, dass Wölfe hier nicht her gehören.

Keine „Kofferraumwölfe“

Die immer wiederkehrende Behauptung der Jäger es würden Wölfe ausgesetzt basiert auf einem schlecht recherchieren Artikel in der Zeitschrift „Jäger“ (Februar 2014: Das Märchen vom wilden Wolf). In diesem Artikel wird behauptet das ein LKW mit mehreren Luchse und Wölfen auf der Ladefläche an der polnischen Grenze gestoppt wurde. Tatsächlich hat es sich aber um Fahrräder Marke „Steppenwolf“ gehandelt. Hier der Polizeibericht dazu:
Bundespolizeidirektion Berlin: Die Geschichte vom Wolfstransporter – alles nur Wolfsgeheul!

Die wichtigsten „Fragen und Antworten“ zu den Wölfen in Deutschland finden Sie hier:
Hintergrundwissen zum Wolf – Speiseplan, Sozialverhalten, Lebensraum und Co.

DNA-Test bestätigt Wölfin

Eine Wölfin, die vermutlich aus Niedersachsen oder Ostdeutschland zu uns gewandert ist, wurde nun durch einen DNA-Test bestätigt. Da einzelne Wölfe aber auf der Suche nach Artgenossen oder geeigneten neuen Revieren bis zu 80km in einer Nacht zurücklegen, ist es eher unwahrscheinlich, daß sie sich nach wie vor im Gebiet des Kreises Borken oder sogar in NRW aufhält.

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