Der Pressedienst des Kreises Borken informierte am 19.05.2016 über die beginnende Umsetzung des am 12.04.2016 unter anderem auch vom Vorsitzenden des NABU Kreisverbands Borken, Rudolf Souilljee, unterzeichneten Positionspapiers „Region in der Balance – Biodiversität„.

Dieses weiter unten näher erläuterte Papier soll eine Kooperation zwischen Jägern, Landwirten, amtlichem Naturschutz und ehrenamtlichem Naturschutz zu Wege bringen, in deren Rahmen die Parklandschaft Münsterland erhalten und der Artenreichtum einer vernünftig bewirtschafteten Kulturlandschaft bewahrt und in Teilbereichen wiederhergestellt werden soll.

Auf Drängen des NABU schuf der Kreis Borken dabei die Möglichkeit, die „falsch bewirtschafteten“ kreis- und gemeindeeigenen Flächen zu identifizieren und aus dieser Bewirtschaftung herauszunehmen. Gemeint sind hier Flächen, die sich Landwirte entlang von Wegen, Hecken und Wäldern widerrechtlich unter den Nagel gerissen haben, um diese dann zur gewerblichen Nutzung mit Feldfrüchten zu bestellen, anstatt sie, wie eigentlich vom Gesetzgeber vorgesehen, Wildpflanzen und -tieren als Rückzugsraum und Wanderweg im Rahmen des Biotopverbunds zu überlassen.

Für die zukünftige Verwendung der Flächen kommt Folgendes in Frage:

  • Hecken anpflanzen
  • Wildblumen säen
  • Flächenzusammenlegung, um größere Gebiete der Natur zurückzugeben
  • sie einfach nicht mehr bewirtschaften und sich selbst überlassen

In den nächsten Wochen wird der NABU Kreisverband Borken die einzelnen Städte und Kommunen anschreiben und eine Durchführung dieser Maßnahmen einfordern.

Zum Hintergrund ein Auszug aus der Pressemitteilung des Kreises Borken:

Nach intensiven Beratungen in den vergangenen Monaten haben am 12. April 2016 Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft und Naturschutz sowie der zuständigen Behörden das Positionspapier „Region in der Balance – Biodiversität“ unterzeichnet. In dem Papier geht es insbesondere um konkrete Maßnahmen, wie ein weiterer Artenschwund im Westmünsterland verhindert werden kann:

• Die Parklandschaft des Westmünsterland soll erhalten werden: Wallhecken, Baumreihen, Feldhecken, kleine Fließgewässer und Tümpel sollen gepflegt und – wo notwendig – neu angelegt werden.

• Durch die Neuanlage und Pflege von möglichst mehrjährigen Blühstreifen und Säumen in der Feldflur sollen Rückzugsräume für verschiedenste Tierarten geschaffen werden.

• Maßnahmen zur Rettung von Wildtieren bei der Mahd sollen den „Mähtod“ verhindern.

• Ein faires Gleichgewicht zwischen Beutetieren und Beutegreifern soll durch ein geeignetes Prädatorenmanagement wieder hergestellt werden.

• Mit Nisthilfen sollen die heimischen Vögel, Fledermäuse und Insekten unterstützt werden

• Durch eine extensive Grünlandnutzung, insbesondere in den Naturschutzgebieten, sollen Lebensraum und Nahrung für bedrohte Wiesenvögel, Wildtiere und Insekten geschaffen werden.

• Der Anbau von Zwischenfrüchten wie Senf oder Ölrettich soll zur Vermeidung des sogenannten Ernteschocks beitragen und die Deckungsmöglichkeiten für Tiere in den Wintermonaten verbessern.

• Wegeseitenränder und Gewässerrandstreifen, die im Laufe der Jahre zurückgedrängt worden sind, sollen wieder hergestellt und dauerhaft gesichert werden.

• Es sollen Maßnahmen zur Reduzierung von Wildunfällen, etwa durch Warnreflekoren, Hinweisschilder, Grünbrücken oder Amphibientunnel eingerichtet und unterhalten werden.

Unterzeichnet haben das Positionspapier neben Landrat Dr. Kai Zwicker, Ludger Schulze Beiering und Rudolf Souilljéé auch Andreas Grotendorst (stellv. Sprecher der Bürgermeister im Kreis Borken), Kreislandwirt Heinrich Emming, Dr. Dietmar Ikemeyer (Biologische Station Zwillbrock), Josef Levering (Förderverein Kulturlandschaft Vreden), Roland Schulte (Biotopfonds der Kreisjägerschaft), Franz-Josef Löchteken (Kreisimkerverein), Heinrich Lefert (Kreisjägerschaft), Martin Hillenbrand (Naturfördergesellschaft Kreis Borken), Hubert Grothues (Stiftung Kulturlandschaft Kreis Borken) und Franz-Josef Lappe (Kreisfischereiberater).

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