Ahaus Arbeitseinsätze — 17 Oktober 2016

Um neun Uhr starteten wir bei schönstem Wetter an der Geschäftsstelle am Aa-See Richtung Ahaus/Ottenstein/Hörsteloe, noch nicht alle ganz fit, aber nach einer ruhigen Fahrt im Bulli bereit durchzustarten!

14429293_1295243890488025_231320731_n

Vor Ort stürzten wir uns nach einer kurzen Einweisung direkt in die Heide, um die Fläche von Brombeeren, Faulbäumen und Birken zu befreien. Während einige von uns mit Astschere und ‚bloßen Händen‘ gegen die kleinen Pflanzen vorgingen, rückten die Kollegen derweil den größeren Bäumen und Büschen mit Motorsägen und den Wurzeln mit Spaten zu Leibe. Gerade die Brombeeren haben sich dabei leider nicht kampflos ergeben, wie ich nachher mit meinen etwas zerkratzen Armen belegen konnte.

Nach einem Weilchen tönte dann schon der Ruf ‚Frühstück‘ über das Gelände, da haben wir 9 Mitstreiter uns natürlich kein zweites Mal bitten lassen und uns zum Pavillon mit den vorbereiteten Brötchen und Getränken begeben. Bei Käsebrötchen und Kaffee nutzten wir die gesellige Stimmung zum Austausch mit den anderen Vereinen und Familien dort vor Ort, schön im Schatten unter den Bäumen sitzend.

Im Anschluss erläuterte Dr. Christoph Lünterbusch den Interessierten sehr anschaulich, warum und wofür wir diese Arbeit überhaupt auf uns nehmen. Er erzählte uns, dass der erste Einsatz dort im Jahr 2004 stattgefunden hat und die ganze Fläche, die nun schon mit Heidekraut und Wacholder bewachsen ist, von Brombeeren überwuchert war. Dass also mit jedem Einsatz wieder ein weiteres Stück ursprüngliche Heide zurück gewonnen wird, beziehungsweise wir den früher dort beheimateten Pflanzen wieder Platz zum Wachsen schaffen. Christoph erläuterte, dass durch die Beseitigung der Brombeeren etc. Samen die Möglichkeit zum Keimen gegeben wurde, die wahrscheinlich schon bis zu 100 Jahre im Erdboden geschlummert haben! Das fand ich persönlich sehr faszinierend.

Dann zeigte er uns mitten im Heidekraut stehend einige seltene und bereits verschwundene Pflanzen, die hier wieder erschienen sind, wie z.B. eine, die aussieht wie ein roter Faden, der sich um das Heidekraut windet. Hierbei handele es sich um eine Pflanze, Quendel-Seide, die kein eigenes Blattgrün produziert, sondern sich von einer Wirtspflanze, junger Besenheide, ernährt. Für ebenso interessant hielt ich die Tatsache, dass dort in der im letzten Jahr abgeplaggten Heide auch der mittlere Sonnentau wieder aufgetaucht ist. Dabei handelt es sich um eine „fleischfressende“ Pflanze, die durch ein klebriges Sekret auf den Blättern Insekten anlockt, die dann an Tentakeln haften bleiben und langsam verdaut werden! Wieder ein paar Meter weiter präsentierte Christoph uns eine in Kaninchendraht eingezäunte Pflanze, den Behaarten Ginster, auch Heide-Ginster genannt, eine von den drei verschiedenen Ginsterarten des Gebietes, die teilweise sehr selten sind und unter Schutz stehen. Geschützt werden muss sie vor den nimmersatten Kaninchen, deren Population in den letzten Jahren in der Hörsteloer Wacholderheide sehr groß ist. Ohne den Zaun würden die kleinen Nager die jungen Pflänzchen bis auf den Grund abknabbern, sobald sie zum Vorschein kommen. Nach diesen wirklich bemerkenswerten Ausführungen ging es frisch motiviert zurück an die Arbeit.

Beim Mittagessen saßen wieder Jung und Alt in schön entspannter Atmosphäre beisammen. Vielen Dank an dieser Stelle übrigens für die herzliche Bewirtung und der Frau Bürgermeisterin Carola Voss für die Schokolade zum Dessert! Danach wurden noch die entstandenen Holz- und Brombeerhaufen auf die Anhänger der drei Trecker gehievt und es ging wieder zurück Richtung Bocholt. Bis zum nächsten Jahr!

Artikel teilen

About Author

Static Author Display Name