An die Gemeinde Legden, an Mitglieder des Bau-, Landwirtschafts- und Umweltausschusses und an alle Ratsmitglieder

Sehr geehrte Damen und Herren,

Das Ehepaar Kruse hat erstmalig im Frühjahr 2016 den Antrag auf die Genehmigung und Errichtung eines Wildbienenlehrpfads entlang des Asbecker Mühlenbachs und die Umwandlung der dortigen Obstwiese in eine Wildblumenwiese im Auftrag des NABU Kreisverbands gestellt. Sämtliche seitdem formulierten Auflagen und Forderungen – so wurde z.B. festgelegt, dass diese Maßnahme für die Gemeinde komplett kostenlos sein müsse – wurden erfüllt. Am 29.11.2016 hat der Bauausschuss Legden positiv über diesen Antrag entschieden! Daraufhin hat Herr Jürgen Kruse den Bürgermeiste, Herrn Kleweken, angerufen, und dieser hat ihm mitgeteilt, der NABU könne jetzt mit der Arbeit „loslegen“, er gab also „grünes Licht“ für diese wichtige Naturschutzmaßnahme. Es könnten nun Förderanträge bei überörtlichen Einrichtungen gestellt werden und es solle das Muster eines „Gestattungsvertrages“ eingereicht werden. Das Muster wurde umgehend eingereicht. Der Gestattungsvertrag sollte zeitnah von der Gemeinde Legden ausgestellt und übergeben werden.

Unerwartet stellt nunmehr der „Landwirtschaftliche Ortsverein Asbeck“ (LOV) am 21.12.2016 den Antrag an die Gemeinde Legden, den Beschluss des Bau-, Landwirtschafts- und Umweltausschusses der Gemeinde Legden vom 29.11.2016 aufzuheben. Darüber soll in der Ratssitzung am 23.01.2017 abgestimmt werden.

Für uns als NABU Kreisverband Borken ist diese Vorgehensweise unverständlich! Weil wir unsere ehrenamtlich arbeitenden Mitglieder und die privaten Spender schützen möchten, ziehen wir nunmehr den Antrag auf die Einrichtung des Wildbienenlehrpfads auf Gemeindegrund entlang des Asbecker Mühlenbaches zurück. Denn wir sehen nicht – wie die Landwirte – die Gefahr, dass von ein paar Wildbienennisthilfen für die vom Aussterben bedrohten Arten eine Einschränkung für die landwirtschaftliche Nutzung ausgehen könnte „mit den entsprechenden Nachteilen für die Eigentümer“. Eher sehen wir, dass von der intensiven, chemiegestützten Bewirtschaftung, vom Ackern bis an die Gewässerkanten, vom Verschwinden intakter Hecken und kommunaler Wegseitenränder und von der immer noch zunehmenden Massentierhaltung eine erhebliche, nicht zu unterschätzende Gefahr für die Artenvielfalt, die Biodiversität und damit für die Natur ausgeht.

Bisher können wir nicht direkt erkennen, dass vom LOV Initiativen und Projekte, die dem Landschafts- und Naturschutz sowie der Nachhaltigkeit dienen, durchgeführt wurden. Wir hoffen für die Zukunft auf eine aktive Mitarbeit der Landwirte, der Legdener und Asbecker Vereine und auf Unterstützung durch Verwaltung und Politik bei der Rückholung kommunaler Wegränder für Biotopverbundlinien in Form von neuen Hecken und Blühstreifen.

Es verbleibt mit freundlichen Grüßen,
Rudolf Souilljee
NABU Kreisverband Borken

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