In der Ausgabe des BBV vom 8. März steht ein ausführlicher Artikel über das Entstehen der 380kV-Leitung. Mit großem Befremden haben wir gelesen, dass der Baukontrolleur Bernd Meckenstock dort zitiert wird mit der Aussage „Wenn wir fertig sind, wird keiner mehr sehen, dass wir überhaupt da waren“ (sogar Zitat des Tages). Glauben der Baukontrolleur oder die (unkritische) BBV-Redakteurin etwa, dass die Menschen dort blind sind? Die riesigen Schneisen, die sich nun durch die Wälder rund um Anholt ziehen, sind das Zeugnis einer gewaltigen Naturzerstörung. Auch das Fällen von Alleeteilen sei in diesem Zusammenhang erwähnt. Zahllose alte, stark bewohnte Bäume wurden entfernt. Das wird auch in Jahrzehnten nicht wieder so werden, wie es vor dem Beginn der Bauarbeiten war! Hier ist nachhaltig zerstört worden. Der Hinweis auf die angedachten Ersatzpflanzungen kann den bereits angerichteten Schaden nicht annähernd kompensieren und uns damit beruhigen.

Ebenso erstaunlich fanden wir den Hinweis des Amprion-Mitarbeiters auf die neuen Masten. Glaubt der Mann wirklich, dass durch eine andere Optik der Masten die Akzeptanz der bis zu 65 Meter deshalb in der Bevölkerung größer wird? Hässlich bleibt hässlich! Die Sorgen in der Bevölkerung beziehen sich im Übrigen nicht nur auf eine Verschandelung der gewachsenen Münsterländer Kulturlandschaft mit niederrheinischen Akzenten, sondern viele Menschen haben große Bedenken und Ängste wegen der Strahlungen; da spielt das Design der Masten überhaupt keine Rolle!

Wir als Naturschützer fragen uns jedoch, inwieweit die neue Mastenform möglicherweise eine zusätzliche Gefahr für Vögel darstellt. Ist das hinreichend untersucht worden? Dazu hätten wir gerne eine Antwort von Amprion!

Schon jetzt stören die flächendeckenden Bauarbeiten viele Vögel. Wir haben bereits mehrfach Mäusebussarde in ihren angestammten Revieren beobachtet, die dort nicht mehr ihrem Nahrungserwerb nachgehen können, weil die Fahrzeuge und die Menschen nachhaltige Störungen darstellen. Diese Fakten sind in der Umweltverträglichkeitsprüfung überhaupt nicht ausreichend berücksichtigt worden. Leider haben sich – mal wieder! – die Interessen einer lobbystarken Industrie durchgesetzt – gegen die Interessen der Menschen, ihrer Heimat und der Natur!

Michael Kempkes

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