Hallo liebe Freundinnen und Freunde der Natur,

 

jetzt hatte ich vor einigen Tagen gesehen, dass an einigen Wegerändern, Randstreifen zu erkennen waren, ich hatte gedacht, es werden wohl später Blühstreifen werden, und hatte in Gedanken schon einen Pressebericht vorbereitet, in dem wir vom NABU die Umsetzung diese gute Sache sehr begrüßen und dafür den Bauern und Landwirten danken.

Leider wurde ich am vergangenen Samstag und Sonntag eines Besseren belehrt. Als ich mit dem Rad durch die „Mosse“ zwischen Biemenhorst und Rhede fuhr, musst ich leider feststellen, dass im Zuge der ordnungsgemäßen Landwirtschaft diese Randstreifen, jetzt doch auch umgepflügt und beackert wurden.

Am Pleystrang wurde sogar in Teilbereichen bis auf die Oberkante des Grabens gepflügt. Ein Trecker bearbeitete eine nahe gelegene Ackerfläche und die noch singende Feldlerche hat gar nicht mitbekommen, dass 20 Meter unter Ihr, auch Ihr Nest gerade zu diesem Zeitpunkt zerstört wurde. Als ich mich umschaute, standen viele Kiebitze auf der Ackerfläche, andere flogen wild und suchend umher.

Da dachte ich so bei mir, gut, dass die Hunde hier an der Leine geführt werden müssen, um die Bodenbrüter zu schützen. Auch stellen sich hier sofort die anderen „Übeltäter“ ein, denen der Untergang der Bodenbrüter angekreidet werden soll. Auf der frischen Ackerfläche saßen 6 Krähen und Dutzende von Lachmöwen, der Trecker hatte ihnen frische Nahrungsmöglichkeiten geboten. Dem NABU wird immer vorgeworfen, mit erhobenem Zeigefinger, nur auf die Landwirte und Bauern zu zeigen und diese als Schuldige darzustellen.

Darum geht es uns gar nicht!

Es mag sein, dass den Bauern und Landwirten die Wiesen, Wälder und Felder gehören, die Sie bewirtschaften, aber es ist unserer aller Natur und die Ihrer und unserer Kinder, die durch diese derzeitige ordnungsgemäße Landwirtschaft sehr darunter leiden muss und zum Teil dadurch vernichtet wird. Es ist also unser Recht und auch unsere Pflicht, hier aufzuzeigen und aufklärend auf Probleme hinzuweisen, die diese Natur sonst auf Dauer zerstören wird. Wenn es hier nicht bald zu einer vernünftigen Lösung, die kann, nicht sein, immer mehr und immer größer, kommt dann werden auch die zukünftigen Bauern Ihren Kindern Kiebitz, Feldlerche, Rebhuhn, Kornblume, Klatschmohn, Wildbienen, Schwebfliegen usw. nur noch in Büchern zeigen können.

Wollen wir das wirklich?

Klar ist das nicht die Schuld aller Bauern und Landwirte. Wir Verbraucher tragen ganz enorm dazu bei, dass viele Bauern fast gar nicht anders handeln können. Aber auch klar, man kann sein Konsumverhalten sehr wohl ohne Probleme ändern, Wir müssen es ändern, um den Landwirten und Bauern auch eine Chance zu geben auch etwas an der derzeitigen, sogenannten ordnungsgemäßen Landwirtschaft zu verändern.
Sie müssen schließlich davon leben können.

Viele NABU Mitglieder haben sich hierbei schon verändert, sicher auch schon einige Landwirte. Was die Verbraucher wünschen, steht jeden Tag in der Zeitung, dass noch viel zu wenig danach handeln, ist eine Tatsache. Hier werben der NABU und die Bauernverbände gemeinsam um richtige Veränderung. Wenn die Verbraucher nicht mehr wollen, dass die Landwirtschaft immer schneller und immer größer die Flächen bewirtschaften soll, und dass dadurch Natur zerstört wird, dann kann man nicht nur nach billig fragen, und beim Discounter kaufen.

Viele Verbraucher haben die Möglichkeiten Lebensmittel günstig und frisch auf dem Wochenmarkt, oder in Hofläden etc. zu erwerben, der richtige Umgang mit Fleischkonsum und sicher noch einige Dinge mehr kann man ohne Einbußen umsetzen. Wir dürfen die Erzeuger vieler unserer Lebensmittel hier nicht alleine lassen. Alle Verbraucher haben recht die Pflicht Natur für nachfolgende Generationen zu erhalten, aber bitte nicht in diesem Zustand, der sich täglich verschlechtert.

Rudolf Souilljee
Kreisvorsitzender
NABU-Kreisverband Borken

Fotos © NABU KV-Borken e.V.

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