Nach mehrmaligen Lesen des Artikels muss ich festhalten, dass die Berichterstattung sehr einseitig und mit völlig sinnentstellten Behauptungen gespickt ist, die nur darauf abzielen, bewusst Probleme herbeizureden.

Theo Grüntjens, Jäger aus Niedersachsen, wird dahingehend zitiert, dass die Mufflons die Wölfe nicht überleben werden und auch das Damwild werde es schwer haben. Das mag sein, doch bei beiden Arten handelt es sich – im Gegensatz zum Wolf! – um nicht heimische Tierarten, die jeweils von Jägern ausgesetzt worden sind, um deren Palette an jagdbarem Wild künstlich und gegen die Natur zu erweitern. Rehe, Rot- und Schwarzwild kommen als heimische Arten besser mit dem heimischen Jäger Wolf zurecht. Ihre Bestände werden gesunden, denn die Wölfe reißen die kranken und schwachen Exemplare, im Gegensatz zu den Jägern, die noch immer der unsinnigen Trophäenjagd nachgehen und dabei besonders imposante Tiere schießen.

Bei der Reproduktionsrate wird verschwiegen, dass viele Jungwölfe die Vollendung ihres ersten Lebensjahres überhaupt nicht erreichen. Und auch das Erreichen der Geschlechtsreife ist irrelevant, weil die heranwachsenden Tiere in ihrem Rudel bleiben und in diesem gehen ausschließlich die beiden Alpha-Tiere der Fortpflanzung nach. Den Jungwölfen werden durch die Alttiere keinerlei geschlechtliche Aktivitäten zugestanden, denn zu viele Tiere kann ein Rudel gar nicht ernähren! Im Alter von zwei bis drei Jahren verlassen die Jungen das alte Rudel und ziehen dann meistens als Einzelgänger durch die Gegend, so dass sie sich immer noch nicht vermehren können. Der Experte fordert die Zahl der Wölfe ihrem Lebensräumen anzupassen, was nichts anderes als Abschuss streng geschützter Tiere bedeutet. Ich fordere, die Lebensräume den Wölfen anzupassen.

Schließlich werden die wirtschaftlichen Folgen angesprochen. Hier wird offenbar bewusst verschwiegen, dass bspw. Schafzüchter staatliche Zuschüsse für Schutzzäune erhalten und für von Wölfen erlegte Schafe entschädigt werden. Abschließend möchte ich die Frage stellen, weshalb die Experten nicht davon berichtet haben, dass da, wo der Wolf wieder lebt, der Wald gesundet. Es gibt mehrere Untersuchungen aus Kanada, die das deutlich belegen. Wölfe halten die Pflanzenfresser kurz, sodass mehr Bäume aufwachsen können und wieder ein natürlicher Wald gedeihen kann. Doch Forstwirte wollen dies aus wirtschaftlichen Gründen nicht, und Jäger betrachten den Wolf noch immer als „bösen“ Konkurrenten. Dieses kurzfristige Denken sollten die Grünröcke endlich ablegen!

Michael Kempkes, Bocholt
(Stellvertretender NABU Kreisverbandsvorsitzender)

Foto © Thaddäus Bielefeld / NABU-KV Borken

Schlagwörter: , ,

Artikel teilen

About Author

Static Author Display Name