Persönliche Anmerkung von unserem Kreisvorsitzenden Rudolf Souilljee zum Vortrag „Die Rückkehr des Wolfes“, den der Förderkreis Lernort Natur Kreis Borken e.V. am 05.04.2017 in Oeding abhielt.

Da fangen wir doch mal mit einem Lob an. Die Referenten Herr Pusch vom NABU-Arbeitskreis Wolf, Herr Grüntjens als Wolfsberater aus Niedersachsen und Herr Reh vom Verband der Jagdgenossenschaften etc. haben ihre Sache gut gemacht. Herr Pusch stellte kurz die derzeitige Wolfssituation in NRW vor und belegte das mit Zahlen und Fakten. Herr Grüntjens schaffte es die Zuhörer in seinen Bann zu ziehen, da er mit gut nachvollziehbaren Erklärungen, Daten und Fakten, die er im Laufe der letzten 10 Jahre gesammelt hatte, auch belegte, dass man in Niedersachsen sehr wohl auch als Jäger mit dem Wolf in unserem Lande zusammenleben könnte, ohne nicht zu verkraftende Schäden befürchten zu müssen. Herr Reh schob rechtliche Fragen und Probleme mit dem derzeitigen Wolfsmanagement in den Vordergrund seines Referates und sorgte so später auch für eine reichhaltige Diskussion. Da auch die Jäger immer an belegbaren Untersuchungen und Fakten interessiert sind, war der Vortrag von Herrn Grüntjens besonders wichtig.

Erstens: Seiner Aussage nach stimmt die Behauptung:Da wo der Wolf ist, wächst der Wald besser. Es begründete das, auch in dem er erklärte, dass Rehe und Hirsche durch das Vorkommen eines Wolfsrudels im Revier, ein ganz anderes Raumnutzungsverhalten an den Tag legten. Es dauert ca. 8-10 Jahre bis sich Wild und Wolf verhaltensmäßig aufeinander abstimmen. Es kommt am Anfang zu mehr Unruhe und auch wohl zu Revierverschiebungen, aber auf Dauer gleicht sich das aus. Die letzten Jagdergebnisse in seinem auch durch Wölfe geprägten Revier seien äußerst zufriedenstellend.

Zweitens: Die wichtigste Erkenntnis des Faktenchecks war aber wohl, dass der Wolf in Niedersachsen fast ausschließlich von Wild lebt, (Rehe, Hirsche, Wildschweine etc.) werden am häufigsten erbeutet. Nur 1 Prozent der Wolfsnahrung bestand aus Schafen, Ziegen etc. Auch wurde von allen Referenten klar gemacht, dass es wichtig ist, den Wolf nicht nur als gut oder böse hinzustellen, sondern im Einzelfall muss es immer darum gehen, Gefahren durch Wölfe von Mensch und Nutztier fernzuhalten. Die anschließende Diskussion wurde recht sachlich geführt. Bei Herrn Reh hatte man zwar den Eindruck, dass diese 1 Prozent Verlust an Nutztieren noch viel zu viel sind. Er zeigte aber auch auf, dass es wohl im derzeitigen Wolfsmanagement in NRW, noch einiges zu verbessern gibt. Da anwesende Jäger aus dem Kreis Borken auch in Brandenburg Jagdreviere haben, konnten diese auch über Wild und Wölfe berichten. Auch kam zur Sprache dass der Wolf in diesen Bereichen die durch Jäger eingebrachten Mufflons, mit in ihr Nahrungsspektrum aufgenommen haben und es sei zu befürchten, dass das Muffelwild durch den Wolf zu stark dezimiert würde.

Doch die Mehrheit der anwesenden Interessierten haben sicher verstanden, dass man über das Thema Wolf, nur sachlich und ruhig sprechen kann, aber das auch der Wolf, wenn man ihn denn
lässt, nur in bestimmten Bereichen seinen Platz finden wird und er sich nicht überall unkontrolliert vermehren kann, das beweisen andere Länder in denen schon viele Jahre lang Wölfe leben.
Nach über 2 Stunden beendete der Vorsitzende des Förderkreises den Infoabend und ich muss sagen, nach dem Vortrag von Herrn Dur Sog über das Insektensterben, war das ein weiterer Schritt in die richtige Richtung zur Aufklärung und im Umgang mit der Natur und den darin vorkommenden Tieren.

 

Foto © Ludwig Fischer / von Links nach rechts Herr Schulte (Kreis Jägerschaft Borken), Herr Pusch (NABU Arbeitskreis Wolf), Herr Grüntjens (Wolfsberater Niedersachsen), Herr Reh (Verband der Jagdgenossenschaften) und Herr Rülfing (Lernort Natur) als Veranstalter

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