Sogar in der Tagesschau war am 4. Mai  2017 das dramatische Verschwinden der Vögel ein Thema! Die Ursachen des dramatischen Arten- und Populationsrückgangs ist vor allem in zweierlei Ursachen zu sehen: Erstens wird immer mehr Lebensraum der Vögel durch Bebauung und durch eine intensivere Landwirtschaft derartig beeinträchtigt bzw. vollständig vernichtet, dass es den Vögeln schlechterdings an Lebensraum mangelt. Zweitens verschwinden die Insekten, die für viele Vogelarten die Lebensgrundlage darstellen. Das Verschwinden der Insekten ist auch in dem Rückgang der Lebensräume zu sehen, aber auch der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft und der Industrie ist hier zu nennen.

Seit 1980 haben die Insektenbestände um bis zu 90 Prozent abgenommen! Als ob die schon benannten Belastungen noch nicht genug wären, will nun auch die Stadt Bocholt zur Giftkeule greifen und gegen die Eichenprozessionsspinner ihre giftigen Mittel per Hubschrauber verteilen. Die Gifte werden von allen Organismen aufgenommen, es werden also nicht nur die Prozessionsspinner und ihre Larven bekämpft, sondern auch andere Insekten, und damit auch Vögel und nicht zuletzt die Menschen. Der Sinn dieser Aktionen ist zweifelhaft. Was will die Stadt damit erreichen? Möchte sie ihren Bürgern zeigen, dass sie etwas für sie unternimmt? Dann sollte sie auf die Giftcocktails verzichten! Eine Kommune sollte vielmehr mit gutem Beispiel vorangehen, denn noch immer kann jeder unkundige Bürger im nächsten Baumarkt jede Menge Gift erwerben und ohne jegliche Fachkenntnis in die Umwelt einbringen. Im Sinne der Artenvielfalt, im Sinne der Kinder und aller anderen Bürger fordern wir die Stadt auf, auf diesen kostspieligen, Einsatz der Helikopter zu verzichten. Zugleich sollte die Stadt vielmehr ihr Flächenmanagement überdenken und im Sinne der Artenvielfalt manche Flächen einfach in Ruhe lassen. Dann kann sich dort die Biodiversität wieder einstellen und der Steuerzahler wird zudem entlastet. Muss man an den drei Metern breiten Fahrradwegen jetzt zur Brutzeit noch zusätzlich an beiden Seiten einen Meter breiten Grünstreifen bis auf den Boden abgemäht werden?

 

Text © Rudolf Souilljee (Kreisvorsitzender NABU KV-Borken)

Bilder © 1) Eichenprozessionsspinner-Raupen – Foto: Helge May, 2) NABU KV-Borken

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