Und manchmal kommt der NABU auch zu uns!

Ein selbst gebautes Weidentipi ist das perfekte Versteck für kleine Abenteurer und der beste Schattenplatz im Sommer – aus stabilen Weidenästen und dünnen Ruten ist das Gartentipi in wenigen Stunden errichtet. Mit dieser Erkenntnis treffen sich Kinder und ihre Eltern in Kindertagesstätten und Kindergärten um gemeinsam mit NABU – Mitgliedern Weidentipis zu bauen. So kam Stefan Leiding jüngst in die Kitas St. Martin in Bocholt-Stenern und St. Paul in Bocholt. Das macht Spaß und lässt sich relativ einfach bauen, ist sehr beständig und fügt sich sogar recht ansehnlich in das Gartenambiente. Für den Bau sind Ruten von Kopfweiden besonders gut geeignet. Diese Weidenart hat sich auch in der Herstellung von Körben bewährt.

Ein Weidentipi ist schnell gebaut und ein Paradies für kleine Abenteurer. Schließlich braucht jeder richtige Indianer ein Tipi. Früher bauten die Prärieindianer ihre Tipis mit dünnen Stämmen aus Nadelholz und bespannten sie mit Bisonleder. Sie ließen sich schnell auf- und abbauen und beherbergten ganze Familien. Was einst als Wohnung galt, ist heute ein wichtiger Bestandteil für kleine Gartenabenteurer geworden. Ob als Requisit beim Spielen, als Leseecke oder Rückzugsort – das selbst gebaute Weidentipi bringt die Augen der Kinder zum Leuchten. Auch hier ist der Kreativität keine Grenze gesetzt. Wie auf den Bildern zu sehen können die Tipis auch mit einem oder mehreren Tunneln gebaut werden entlang der kreisförmigen Markierung heben wir einen etwa 40 Zentimeter tiefen, spatenbreiten Graben aus. Wir sparen einen Bereich aus, der später als Tipieingang dient. Damit die Kinder leicht ins Naturzelt hinein- und herauskrabbeln können, lassen wir eine Pflanzlücke von etwa 70 Zentimetern.

Als Gerüst dienen zehn stabile Weidenstecken, die auf einer Länge von drei Metern zugeschnitten wurden. Im Abstand von 60 Zentimetern werden die Ruten in den Graben gepflanzt. Die Weidentriebe haben wir dann am oberen Ende aneinandergebunden. Anschließend werden die langen Ruten kurz unterhalb der Spitze mit einem langen Seil zusammengebunden. So erhält das Zelt die typische Tipiform. Je nachdem, wie blickdicht das Weidengeflecht später sein soll, werden zwischen die kräftigen Ruten mehrere dünne Flechtruten gesteckt und in 20 Zentimeter Höhe diagonal zwischen die großen Weiden rundum eingeflochten. Sobald die Ruten im Frühjahr austreiben, wird das Blätterdach des Tipis immer dichter. Für eine üppige Begrünung können sie noch ein paar immergrüne Efeupflanzen zwischen die Weiden setzen. Eine bunte Variante wäre auch die Kapuzinerkresse. Sollte das Tipi im Sommer zu sehr wuchern, schneidet man den Wildwuchs rund um den Eingangsbereich und das Gras rund ums Weidenzelt einfach mit einer Heckenschere beziehungsweise dem Rasentrimmer zurück.

Text: Stefan Leiding

Foto: Privat

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