Stellungnahme des NABU zum Zeitungsartikel des Bocholter Borkener Volksblatt vom 20.09.2017 “Kein naturnahes Rückhaltebecken”.

Ja, so ist das mit der christlichen Partei in Bocholt. Wen interessiert da schon was Papst Franziskus zur Erhaltung der Natur und dem Umgang mit Tier und Mensch auf unserer Erde in seiner Enzyklika sagt und schreibt? Wichtig ist auch nicht, dass man an das Wohl der Bürger denkt und danach handelt, wichtig ist anscheinend, welchen Berufsstand das Wählerklientel besitzt. Da scheint es nicht zu interessieren ob Bocholt.er Bürger von Wasserfluten geschädigt werden, da wird in erster Linie an die Landwirte in Wahlbezirken gedacht, damit man auch weiter ungehindert Mais anpflanzen kann.Ist das die nachhaltige, auf Zukunft orientierte Politik, die man auf vielfarbigen Flyern der Partien jetzt überall lesen kann? In allen Medien und derzeit bei Wahlkampfveranstaltungen wird der Bevölkerung erklärt, wir tun was gegen das Insektensterben, es werden Biodiversitätsstrategien entwickelt und farbig gedruckt, Ackerrandstreifen, die der Stadt gehören, werden als Rettung der Natur verkauft.

Und wenn es drauf ankommt, dann sollen Obstbäume verschwinden für eine Baumaßnahme, die der Unternehmer an diesem Ort gar nicht als wichtigsten Punkt ansieht. Dann soll in Bocholt ein naturnahes Regenrückhaltebecken nicht gebaut werden, wo überall über die Wichtigkeit von Hochwasserschutzmaßnahmen gesprochen wird.
Fast überall im Kreis, derzeit auch in Vreden, werden natürliche Regenrückhaltebecken geplant, nur in Bocholt geht das nicht? Nicht mal Platz für ein paar Lerchenfenster bei der Verpachtung von „städtischen Flächen „will die CDU zulassen. Nicht nur auf Landes- und Bundesebene, solche Entscheidungen vor Ort, tragen erheblich dazu bei, dass es immer mehr „Wutbürger“ gibt, die irgendwann erkennen. Dass immer nur geredet, farbig gedruckt und fast nichts davon umgesetzt wird, was die Zukunft für nachfolgende Generationen verbessern würde. Es geht hier wohl nur darum, eine bestimmte Gruppe von Wählern zu bedienen, dass kann und darf so nicht weitergehen.

 

Rudolf Souilljee, (Kreisvorsitzender NABU-Kreisverband Borken e. V.)

Foto © Archiv, NABU-Kreisverband Borken e. V.

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