Stellungnahme des NABU-Kreisverband Borken e. V. zum Zeitungsartikel vom 12.09.2017 im Bocholter Borkener Volksblatt: CDU und FDP wollen Edeka-Erweiterung in Lowick

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Dass der Inhaber eines Supermarktes aus betriebs- und marktwirtschaftlichen Gründen sein Geschäft erweitern möchte, ist sicherlich angesichts der benachbarten Konkurrenz nachvollziehbar. Das wird seitens des NABU-Kreisverbandes auch überhaupt nicht kritisiert, zumal das Wohngebiet wohl weiter wachsen wird. Allerdings befremdet es uns umso mehr, was da wieder mal von einigen Politikern gefordert wird.Hier bekommt man den Eindruck, dass ohne weitere Prüfungen möglicher Alternativen fast reflexartig, dass Fällen der Obstbäume auf der nahen Wiese gefordert wird. Diese Haltung macht deutlich, dass die Natur, ja die Schöpfung, offensichtlich in den Gedanken vieler Kommunalpolitiker offensichtlich einen ganz geringen Stellenwert hat. Haben die Damen und Herren aus den Ratsfraktionen der CDU und der FDP auch nur annähernd eine Ahnung vom ökologischen Wert einer Streuobstwiese? Wissen Sie überhaupt, wie viele Tiere und Pflanzen dort heimisch sind?

Gerade in Zeiten, in denen die Abnahme der Biodiversität eine nicht mehr zu leugnende Tatsache ist, kann doch nicht allen Ernstes eine derartige Forderung aufgestellt werden. Was ist mit Alternativen? Wäre es nicht denkbar in die Höhe zu bauen, anstatt immer weitere Flächen, in diesem Fall sogar ökologisch sehr wertvolle, zu versiegeln? Ganz davon abgesehen hat diese Fläche nicht nur einen hohen ökologischen Wert, sondern sie wird auch von vielen Menschen aufgesucht, die dort ungespritztes Obst in Bioqualität ernten. Ist das vielleicht den marktpolitisch orientierten Politikern ein Dorn im Auge? (Nur keine Essbare Stadt)?

Wir als NABU lehnen das Fällen der Obstbaumwiese unmissverständlich ab und erwarten von allen Kommunalpolitikern endlich ein klares Bekenntnis zum Naturschutz! Erst vor wenigen Monaten sind zahlreiche alte Obstbäume in der Kleingartenanlage an der Alten Aa völlig unsinnig gefällt worden. Wir fordern die Politik und die Verwaltung auf, endlich nach kreativen Lösungen zu suchen und nicht ständig bei jedem Projekt zuerst an Axt und Bagger zu denken. Es muss auch anders gehen!

Und zum Schluss noch, wenn ehrenamtliche Naturschützer etwas von der Stadt möchten, oder der Stadt etwas zum Erhalt der Natur vorschlagen, dann bekommen Sie sicher viel öfter gesagt „geht nicht“als es die CDU und FDP Politiker in unserer Stadt, je gehört haben.

 

Rudolf Souilljee, (Kreisvorsitzender NABU-Kreisverband Borken e. V.)

Foto © Kathy Büscher, (NABU Rinteln)

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