Im letzten Rundbrief hatte ich die umfangreichen Optimierungsmaßnahmen an dem von uns betreuten NSG Versunken Bokelt vorgestellt. Wie haben sie sich nun in diesem Jahr ausgewirkt?

Um es kurz zu sagen: außergewöhnlich erfolgreich!

Das Abbaggern der Uferkante und das Fräsen der ganzen Fläche verhinderten den Bewuchs mit Erlen und Weiden, der in den letzten Jahren enorm war. Nachdem der hohe Wasserspiegel gesunken war, zeigten sich die Flachwasserzonen, die für die Vogelwelt besonders attraktiv sind. Weil Stücke der Wallhecke auf Stock gesetzt waren, wurde die offene Fläche größer. Im Sommer konnte man von der Kanzel eine schöne Fläche mit Hornklee und anderen Blühpflanzen bewundern.

Auf der Fläche waren Brutvögel so erfolgreich wie noch nie seit der Entstehung des NSG. 4 Paare Flussregenpfeifer zogen über 10 Jungtiere erfolgreich auf. Mindestens 6 Paare Kiebitze brüteten. Einige Junge schafften es trotz aller Prädatoren groß zu werden. Neben den Graugänsen brütete erstmals ein Paar Kanadagänse und führte 2 Jungtiere. Das Rostganspaar, das im letzten Jahr 2 Jungtiere groß gezogen hatte, versuchte es wieder, wurde aber durch einen Fuchs der Eier beraubt. Die Fläche war nun auch besser für rastende Vogelarten geeignet und erfüllte die Bedeutung des NSG als Trittstein für ziehende Vogelarten im Aatal. So konnten von der Kanzel auch einige Limikolenarten beobachtet werden, neben den häufigeren Flussufer- und Waldwasserläufern auch Säbelschnäbler, Alpenstrand- und Bruchwasserläufer, Rot- und Grünschenkel. Schwarzhalstaucher, Fischadler und sogar ein Löffler machten hier Pause.

Sehr erfreulich war, dass sich die Flussseeschwalbenkolonie gegenüber dem Tiefpunkt im letzten Jahr gut erholt hat. Mindestens 10 Paare brüteten und Werner Bösing konnte 15 Jungtiere beringen. Auf den Flößen brüteten auch 6 Paare Sturmmöwen erfolgreich, 13 Jungtiere wurden beringt.

Unsere Pflegearbeiten auf der Norduferfläche sind in diesem Jahr geringer geworden. Die Fläche wird gemäht, einzelne Stellen arbeiten wir danach mit dem Freischneider nach. Im Januar wird dann ein weiteres Drittel der Wallhecke von dem Unternehmen auf Stock gesetzt.

 

Text © Lothar Köhler, (NABU-Gruppe Rhede)

Artikelbild © Marianne Harborg, (Sprecher*in NABU-Gruppe Rhede und Schmetterlingsschutz)

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