Am Ende Ihres o.g. Artikels wird der WLV-Präsident Johannes Röring mit den Worten zitiert, dass ihm noch niemand gesagt habe, warum wir den Wolf brauchen. Diese Aussage wirft doch die Frage auf, ob Herr Röring sich überhaupt mit den Meinungen anders denkender Menschen auseinandersetzt, oder ob er wirklich nur seine eigenen Ansichten gelten lässt und dabei geflissentlich die (wissenschaftlich fundierten) Fakten von Naturschützern ignoriert. Anders ist seine Aussage jedenfalls nicht zu bewerten, denn wissenschaftliche Untersuchungen aus Kanada, die mittlerweile Allgemeinwissen sein sollten (erst recht für Jäger!), belegen klar und eindeutig, dass die Anwesenheit des Wolfes die Natur gesunden lässt! Der Wolf hält die Pflanzenfresser kurz, dadurch gedeihen Bäume, Wildkräuter und Blumen. Davon profitieren Insekten, Amphibien, Reptilien und nicht zuletzt die Vogelwelt. Die Biodiversität nimmt zu, der Wildbestand gesundet, da der Wolf die schwachen und kranken Tiere erbeutet – im Gegensatz zur Trophäenjagd der „Grünröcke“, die den Wolf ja angeblich ersetzen können. Gerade in einer derartig unter der intensiv betriebenen Agrarindustrie ausgeräumten und leidenden Landschaft wie im Münsterland, wäre der Wolf in vielerlei Hinsicht ein wichtiges Korrektiv zu den ausschließlich auf Gewinnmaximierung und Wachstum ausgerichtetetn menschlichen Aktivitäten. Das größte Raubtier, Herr Röring, das ist der Mensch und nicht der Wolf!

 

Michael Kempkes, (Stellvertretender Kreisvorsitzender NABU-KV Borken e. V.)

Artikelbild Screenshot bbv-net.de/Westfalen vom 15.11.2017 Fotos ©Paul Meyer zu Brickwedde, Gunnar A-Pier

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