Stellungnahme vom NABU-Kreisverband Borken e. V. zu den Zeitungsartikeln des „Bocholter Borkener Volksblatt“ Leserbrief von Herrn Norbert Bastians vom 19.12.2017 im Rheder Teil, sowie zum Bericht vom 20.12.2017 “Aus aller Welt” mit der Überschrift „Schweinepest kommt immer näher“.

Ist es eigentlich typisch, menschlich immer nur die Natur, und einige Tierarten für das Fehlverhalten weniger macht- und geldgieriger Oberbosse verantwortlich zu machen? Wann begreifen wir Mitmenschen endlich, dass dieses Wirtschaftssystem, immer mehr, immer billiger, so nicht dauerhaft funktionieren kann? Da werden Wildschweine verantwortlich gemacht, was durch Einhaltung der entsprechenden Hygienebestimmungen doch ausgeschlossen werden kann. Es sind nicht die Wildschweine, die auf Bauernhöfe kommen und Hausschweine von einem Ort zum anderen transportieren, es sind Menschen, deren Hygienefehlverhalten dazu beiträgt, dass diese Seuche übertragen wird. Es sind Menschen, die Tausende von Schweinen auf kleinstem Raum halten, damit erheblich dazu beitragen, dass wenn Krankheiten auftreten nicht ein paar, sondern Tausende von Tieren krank werden.

Müssen erst immer Börsencrashs oder der Zusammenbruch von Tierexportmärkten dazu führen, dass Menschen begreifen, dass es an diesem System, immer mehr für wenige, auf Kosten vieler Tiere und auch der Allgemeinheit, nicht funktionieren kann? Natur-und Tierschützer und einige Journalisten zeigen fast täglich auf, woran dieses System krankt, ständig wird etwas aufgedeckt, oder auf Gefahren hingewiesen. Und doch wird sehenden Auges immer weiter gemacht, nur um kurzzeitliche Profite zu erlangen, leiden Millionen von Tieren. Wann findet hier endlich ein anderes handeln und nicht nur ein anderes umdenken statt? Es sind Jäger, die trotz angeblichem „Grünen Abitur“ seit Jahrzehnten nur ihre Trophäen im Auge hatten, und nicht erkannt haben, dass unnütze Winterfütterung und riesige Maischläge, dazu führen, dass sich Wildschweine unbemerkt, übermäßig vermehren.

Anscheinend wissen doch die Jäger wie eine Waidgerechte und Tier ethisch konforme Seuchenbekämpfung durch die Bejagung von Wildschweinebeständen möglich ist, warum macht man es dann nicht? Wie qualifiziert diese Personen zur Regulierung der Wildbestände sind, belegt der Bericht: 130 Jäger haben 8 Wildschweine erlegt. Gefahr erkannt Gefahr gebannt, ja super, alles im Griff. Es ist nach Aussage eines Jägers und Wolfsberaters aus Niedersachsen sehr von Vorteil für den Wald und das Wild , wenn Wölfe den Wildbestand regulieren. Und auch hier es sind es noch zu viele, die dennoch immer Wolfs hetze betreiben, um vom eigenen Unvermögen und von eigenen Fehlern abzulenken. Es ist nicht die Natur und die Tiere, die den Mensch und viele Existenzen bedrohen, es sind die Personenkreise, die nur Ihren wirtschaftlichen Vorteil sehen und nicht erkennen, dass dieser Weg eine Sackgasse ist.

 

Rudolf Souilljee, (Kreisvorsitzender NABU-Kreisverband Borken e. V.)

Artikelbild Screenshot bbv-net.de / E-Paper vom 20.12.2017 / Aus aller Welt, Foto © dpa

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