Der NABU-Kreisverband Borken war als Kooperationsmitglied des Kreises Borken mit an der Ausarbeitung der Biodiversitätsstrategie für den Kreis Borken, bei der es unter anderem auch darum geht fremdgenutzte Wegränder wieder der Natur zu zuführen, beteiligt. Daher freut es uns besonders, dass die Stadt Bocholt, zu den wenigen Städten und Gemeinden im Kreis Borken gehört, die diese Biodiversitätsstrategie auch teilweise umsetzen. Das ist ein gutes Beispiel für alle anderen noch nicht beteiligten Städte und Gemeinden. DANKE! 23.000 qm Blühstreifen hört sich gut an, in Relation zur Gesamtfläche Bocholts mit 119.400 000 qm erkennt man aber, da ist wohl noch etwas Luft nach oben. Wenn dann noch die Landwirte ihre Blühstreifen hinzurechnen, sollte man meinen, Bocholt wäre ein Wildblumenparadies.

Schauen Sie sich mal um in Bocholt, von Paradies für Insekten sind wir aber noch ein ganz schönes Stück entfernt. Der NABU erkennt ja an, dass ein Umdenken stattfindet und das die Stadt und auch viele Landwirte etwas für den Artenerhalt tun, nur warum ist es denn zum Artenschwund und Insektensterben gekommen? Auch hier haben Stadt und Landwirte sicher ihren Beitrag dazu geleistet. Wir Menschen haben durch unser Verhalten im Umgang mit der Natur dazu beigetragen, dass der Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen um uns herum immer mehr zerstört wird. Viele Tiere flüchten darum in Städte und Dörfer, auch hier sind wir nun dabei den Lebensraum für viele Arten zu vernichten. Kies und Schotterbeete sind angesagt, bunte Gartenblumen werden kaum noch gepflanzt.

Da ist es gut wenn Städte, Gemeinden, Landwirte, Bauern und ehrenamtlicher Naturschützer*innen ein Zeichen setzen. Meistens reicht es sogar etwas weniger, oder nichts zu tun an Wegrändern, Gartenecken und Hofeinfahrten, hier muss man Natur nur wachsen lassen, kein Gift spritzen und schon entwickeln sich standortgerechte Pflanzengesellschaften mit den dazugehörigen Lebewesen. Es muss nicht immer Geld kosten, oder kurzfristig schön bunt aussehen. Bocholt kann noch besser werden, und das Gute daran ist, jede Bürgerin und jeder Bürger kann selbst dazu beitragen. Wir sind froh, dass auch wir mit den zuständigen Personen in unserer Stadt sprechen können, es gibt noch einiges zu verbessern.

 

Rudolf Souilljee, (Kreisvorsitzender NABU-Kreisverband Borken e. V.)

Zeitungsartikel des „Bocholter Borkener Volksblatt“ vom 15.12.2017 (PDF)

Artikelbild Screenshot bbv-net.de/ E-Paper vom 15.12.2017 / Bocholt, Foto © dpa

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