Später heißt es dann wieder, die Bäume haben Arbeitsplätze vernichtet. Man könnte vielleicht verstehen, warum Herr Bomers seinen Standort wechseln möchte. Doch schaut man sich diese Angelegenheit mal etwas genauer an, dann kann man aber auch durchaus erkennen, dass des wieder mal nur um „Machtgehabe“ geht. Wenn ein Vertreter der Stadt einem Geschäftsmann erklärt, dass es bestimmte Regeln und bürokratischer Schritte einer Verwaltung bedarf, um eine Geschäftsgrundlage zu verändern, dann muss man damit nicht einverstanden sein, aber man kann es respektieren.

Dann sollte man als Unternehmer auch an seine Mitarbeiter denken und nicht voreilig, nur weil man gerade mal nicht sofort seinen Willen bekommen hat, alle Zelte abbrechen. Denn, wenn Herrn Bomers seine Mitarbeiter so wichtig wären, wie es in der Zeitung geschrieben steht, dann hätte er sie in seine Entscheidung mit einbeziehen müssen. Denn durch einen Standortwechsel fallen sicher auch für sehr viele Mitarbeiter zusätzliche Kosten durch Ortswechsel oder zusätzlichen Verkehr zur Arbeit etc. an.

Das zählt dann auf einmal nicht mehr, nur weil einer was sofort will, aber nicht sofort bekommt.Da wird bemängelt, dass von den Vertretern der Stadt Bocholt nicht sofort, dem Willen des Kunden entsprochen wird, weil man doch so  viel Gewerbesteuer bezahlen muss. Die Vorteile, die man beim Grundstückserwerb und vielleicht noch anderen Dingen bekommen hat, sind dann schnell vergessen. Es gibt immer ein Geben und Nehmen, Rechte und Pflichten, sonst funktioniert Gemeinschaft nicht. Wohin es führt, wenn Konzerne Politik beeinflussen, sieht man ja jetzt, beim Thema Glyphosat, da wird über die Köpfe und den Willen von Millionen von Menschen hinweck eine Vereinbarung verabschiedet, die die meisten Bürger gar nicht wollen.

Es geht nicht darum, das ein paar Bäume gefällt werden, oder nicht, weil sich sonst die Naturschützer melden, das ist in Bocholt noch nie berücksichtigt worden. Es geht darum, Verantwortung für bestimmte Dinge zu übernehmen und dem Bedarf in unserem Staat Gott sei Dank, oder vielleicht leider, wie auch immer, mehrerer Überlegungen, alles was schnell zum Vorteil einer Person, oder einer Firma durchgeführt wird, hat größere Folgen als kurzfristig bedacht. Es wäre sicher sinnvoll, das die Stadt Bocholt den Umgang mit Ihren Bürgern noch mal überdenkt, aber es sollte auch für alle Bürger und Bürgerrinnen gelten, nicht nur für die, die sehr viel Gewerbesteuer bezahlen. Wir möchten, daher auch Herrn Bomers bitten, sich den Standortwechsel doch noch einmal in Ruhe zu überlegen.

Hier geht`s zum Zeitungsartikel des „Bocholter Borkener Volksblatt“ vom 28.11.2017

Rudolf Souilljee, (Kreisvorsitzender NABU-Kreisverband Borken e. V.)

Artikelbild Screenshot E-Paper bbv-net.de/Lokales vom 28.11.2017 Foto © Sven Betz

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