Der NABU-Kreisverband Borken gibt dem geplanten Radweg zwischen Bocholt und Rhede kein grünes Licht. Foto: NABU/ H. May

Gleich zu Beginn unserer Pressemitteilung möchten wir darauf hinweisen, dass wir unmittelbar zu Beginn der Planungen bereits eine Stellungnahme abgegeben haben. Es wurde daraufhin wegen der Eidechsen in Rhede und auch wohl an zwei anderen Stellen die Trassenführung teilweise geändert. Wir haben uns von Anfang an gegen die Trassenführung auf dem Bahndamm ausgesprochen, da hier nicht nur sekundäre Biotope mit einer hohen Biodiversität entstanden sind, sondern auch deshalb, weil durch dieses Band Biotope miteinander verbunden werden, so dass mobile Arten ungestört wandern können und es dadurch zu einem Austausch des Genpools zwischen verschiedenen Populationen derselben Art kommt.

Beitrag zur Biotop-Zerstörung

Wir stellen hiermit erneut und unmissverständlich klar: Der NABU Kreis Borken e.V. spricht sich klar gegen den Bau eines 7 km langen Radschnellweges auf der alten Bahntrasse zwischen Bocholt und Rhede aus, da hierdurch massive ökologische Schäden an Natur und Landschaft angerichtet werden. Die 4 m breite Asphaltierung der alten, mittlerweile bewaldeten Bahntrasse stellt einen Flächenverbrauch von 2,8 ha dar, möglicherweise kommen noch einmal 1,4 ha für einen 2 m breiten, gepflasterten Fußweg hinzu. Dieser immense Flächenverbrauch ist ein signifikanter Beitrag zur Klimaerwärmung und Biotop-Zerstörung, insbesondere für die Avifauna. Die für die bauliche Herstellung der Wege benötigte Arbeitsbreite beträgt mindestens 7,5 m und setzt nach NABU-Recherche die Rodung von ca. 1000 Bäumen voraus, darunter auch überaus wertvolle Altbäume. Da der geplante Radweg nicht die kürzeste Verbindung zwischen Bocholt und Rhede darstellt und daher wohl eher dem Freizeit-Radeln zuzuordnen ist, spricht sich der NABU dafür aus, auf den Bau zu verzichten und stattdessen vorhandene Straßen zwischen Bocholt und Rhede, insbesondere im Bocholter Stadtwald, in Fahrradstraßen umzuwidmen.

Ökologischer Schaden größer als Nutzen

Grundsätzlich ist der NABU selbstverständlich für die Förderung des Fahrradverkehrs, sodass weniger Menschen das umweltschädliche Auto benutzen und es zu einer Reduzierung des klimaschädlichen motorisierten Individualverkehrs kommt. In diesem Fall haben wir jedoch die aus dem Bau des Radschnellwegs resultierenden Nutzen und Schäden gegenaneinander abgewogen und sind dabei zu dem Ergebnis gelangt, dass der ökologische Schaden weitaus größer als der Nutzen ist. Wir lehnen von der eindeutig dieses in vielerlei Hinsicht teure Prestigeobjekt ab, und fordern stattdessen eine Verbesserung der bestehenden Infrastruktur, indem bereits vorhandene Radwege verbessert werden und der Radverkehr Vorrang vor den motorisierten Fahrzeugen hat.

Rudolf Souilljee für NABU Borken e.V.

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