In einer Eiche hat Dr. Martin Steverding den neuen Nistkasten für den Steinkauz angebracht. Foto: Dr. Martin Steverding.

Die Stürme, die in diesem Jahr durch den Kreis Borken fegten, haben Schäden hinterlassen. Viele Bäume sind umgestürzt und damit wurde auch so manche Nisthilfe für Steinkäuze zerstört. Unser NABU-Mitglied Dr. Martin Steverding kümmert sich seit 2001 um die Steinkauzkästen im Kreis Borken. Er kontrolliert die Nisthilfen regelmäßig und ersetzt sie, wenn dies notwendig ist. So auch im Falle eines Kastens in Rhede-Spoler. Anfang des Jahres war der Obstbaum, in dem die Nisthilfe seit vielen Jahren hing, bei einem Sturm umgefallen.

Firma lehnt Anbringung von Steinkauz-Kasten in Ersatz-Baum ab

Doch die Suche nach einem geeigneten Ersatz erwies sich zunächst als schwierig. Die Röhren für die Steinkäuze sind groß und dementsprechend müssen die Bäume kräftig sein. Auf dem Grundstück des ehemaligen Kastens befindet sich kein geeigneter Baum mehr. Bäume auf einem benachbarten Grundstück wären eine gute Alternative gewesen, doch die grundstücksbesitzende Firma hat einer Anbringung nicht zugestimmt. Einige Nachbarn zeigten sich hilfsbereit, doch ihre Bäume sind noch zu klein und hätten den Kasten nicht tragen können. Am Ende half die Stadt Rhede. Ihr gehört in der Umgebung des ehemaligen Nistkastens ein Gehölzstreifen aus Hecken und Bäumen.

In einer Eiche, die gerade groß genug ist, konnte Dr. Martin Steverding nun den neuen Kasten aufhängen. Damit es der Steinkauz etwas gemütlicher hat, wurde der Kasten anschließend noch mit etwas trockenem Laub ausgelegt. Säge- und Hobelspäne, die oft als Einstreu benutzt werden, eignen sich nicht. Sie verkleben bei feuchter Witterung das Gefieder der Jungen. Wir hoffen, dass der Steinkauz, der bereits Ende Februar mit der Balz und ab April mit der Brut beginnt, den neuen Kasten annimmt. Wenn alles gut geht, werden dann zwischen drei und fünf Eier für eine Dauer von 24 bis 28 Tagen vom Weibchen bebrütet. Nach weiteren 30 bis 35 Tagen verlassen die jungen Steinkäuze das erste Mal ihre Höhle. Sie lernen nun das Fliegen und das richtige Laufen. Nach ca. 100 Tagen löst sich der Familienverband auf.

Der NABU Borken bittet um Ihre Mithilfe

Steinkäuze brauchen Grünland mit alten Kopfbäumen, extensiv genutzte Streuobstwiesen oder Randlagen mit alten Bäumen und Viehbeweidung. Von geeigneten Sitzwarten aus jagen die kleinen Eulen dort nach Insekten, Kleinsäugern und Kleinvögeln, zuweilen auch nach Kriechtieren.

Leider werden auch im Kreis Borken diese geeigneten Habitate immer weniger. Daher bittet der NABU um Ihre Mithilfe: Bitte teilen Sie uns geeignete oder bereits bestehende Steinkauz-Reviere mit!

Wenn auch Ihr Kasten bei einem der letzten Stürme zerstört worden ist, zögern Sie nicht, uns anzusprechen.  Gerne kommen wir zu Ihnen und bringen einen neuen Brutkasten an. Für Sie entstehen keine Kosten! Melden Sie sich bei Dr. Martin Steverding unter steverding@nabu-borken.de

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