Bunte Gärten voller Pflanzen und Insekten bringen Leben in den Kreis Borken – auch für die Generationen nach uns. Foto: Marianne Harborg.

In Bezug auf unseren Antrag bezüglich Kiesbeete in Neubaugebieten müssen wir uns als NABU-Kreisverband Borken e. V. immer wieder Vorwürfe gefallen lassen. Dass wir den Bürgern Verbote aufbürgen und ihnen damit das Leben unnötig erschweren wollten. Immer und immer wieder müssen wir versuchen, den Menschen zu erklären, worum es uns bei diesem Antrag eigentlich geht. Es geht eben nicht darum, den Menschen im Kreis Borken das Leben schwer zu machen. Es geht darum, auch den Generationen nach uns das Erleben von natürlicher Vielfalt zu ermöglichen. Michael Kempkes hat auf den jüngsten Leserbrief im BBV reagiert und versucht, unser Anliegen noch einmal zum Ausdruck zu bringen. Wir hoffen, dass es nun endlich verstanden wird! Unsere immer artenärmer werdenden Gärten sind nur ein Teil von vielen anderen Problemen in unserer Umwelt. Und wir als NABU haben leider noch viele andere Aufgaben zu bewerkstelligen.

Ein Pflegeleichter Garten ist übrigens auch ohne Schotter möglich. Die Natur- und Umweltschutzakademie (NUA) gibt in diesem Flyer dazu kurze und prägnante Tipps.

Stellungnahme zum Entmündigungsvorwurf im BBV von Michael Kempkes

Es geht dem NABU-Kreisverband Borken keineswegs um die Entmündigung von Bürgerinnen und Bürgern. Mit dem Vorstoß, eine Begrenzung des ausufernden Trends zu Kiesgärten hin zu erwirken, haben wir uns lediglich im Sinne der Natur und ihres Erhaltes – auch zugunsten kommender Generationen! – positioniert.
Es ist eben nicht das natürliche Recht jedes Bürger über seinen Garten zu bestimmen, denn Eigentum verpflichtet und niemand in dieser Gesellschaft darf so handeln, als sei er alleine auf der Welt! Das Verdichten der Flächen und
Ausschütten von Kies und anderen im Raubbau an der Natur gewonnenen Steinen, trägt in der Menge erheblich zum Insekten- und Singvogelsterben bei.

Als Naturschützer können und werden wir nicht akzeptieren, dass künftigen
Generationen der „Geschmack“ und die Bequemlichkeit der heutigen Generation zum Verhängnis werden.
Offensichtlich hat Herr Papenkort die ökologischen Zusammenhänge zwischen dem Insektenvorkommen und der Bestäubung von Pflanzen nicht verstanden. Wenn die Insekten weiter so dramatisch abnehmen – 80% weniger Insekten imVergleich zu den Beständen Anfang der 1980er Jahre! – dann werden auch immer
weniger Pflanzen bestäubt – und mit den Insekten sterben auch die Vögel. Doch Herrn Papenkort ist es offensichtlich wichtiger, dass er seinen Garten mit Kiesaufschüttungen ökologisch verwüsten und nach Belieben Bäume fällen kann, zumindest hat er das in seinem fragwürdigen Leserbrief so zum Ausdruck gebracht. Diesen Entwicklungen werden und müssen wir uns als Naturschützer mit aller Kraft entgegenstellen, denn sonst wird das Artensterben immer dynamischer und am Ende bleibt eine Erde zurück, die nicht mehr bewohnbar ist. Das Stückchen Garten,
das die privilegierten Bürger unter uns für einige Jahre oder Jahrzehnte gestaltendürfen, ist ein Fleckchen Erde, das wir uns nur von kommenden Generationengeliehen haben.

Mehr Mut zu Buntheit und Vielfalt

Von daher appellieren wir eindringlich an alle Gartenbesitzer: lasst Blumen und Wildkräuter sprießen, gebt Schmetterlingen, Hummeln und Bienen eine Wiese voll mit Nahrung, lasst alte Bäume stehen. Wagt mehr Natur, davon profitieren alle. Es gibt schon so viel Grau in dieser Welt durch Beton und Asphalt! Wollt Ihr wirklich Eure Gärten auch noch zu trost- und leblosen Steinwüsten „gestalten“?

Mehr Mut zum Leben! Mehr Mut zu Buntheit und Vielfalt! Mehr Mut zu Farben und Düften!

Verfasser: Michael Kempkes, Stellv. Kreisvorsitzender

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