Der NABU-Kreisverband Borken, Edeka und einige andere Organisationen und Händler trotzten beim Umwelt-Aktionstag in Bocholt der Kälte. Fotos: Klaus Ludwig

Am Samstagvormittag versammelten sich am St-Georg-Platz in Bocholt Menschen unterschiedlicher Organisationen bzw. Firmen, um gemeinsam mit ihren Ständen den Bürgerinnen und Bürgern Informationen zu einem nachhaltigeren Leben nahezubringen. Bei Eiseskälte und heftigen Windböen gestaltete sich dieses Vorhaben zwar nicht immer einfach, dennoch gelang es mit vielen Passanten zumindest in einen kurzen Austausch zu treten. Initiator war der Edeka-Markt Elskamp, namentlich Maurice Klein-Hitpaß, der die Idee umgesetzt hat, an der Käse- und Wursttheke weniger Verpackungsmüll zu produzieren. Aus dieser guten Idee, die mittlerweile von allen Edeka-Märkten in Bocholt umgesetzt wird, entstand schließlich das Vorhaben, gemeinsam mit anderen Organisationen, die sich einem nachhaltigen Umwelt- und Naturschutz verpflichtet haben, die Bevölkerung umfassend zu informieren.

Jeder Mensch kann zum Umweltschutz beitragen

Dabei war die Kernbotschaft, dass jeder Mensch mit vielen Kleinigkeiten zu einem besseren Umweltschutz beitragen kann. Der WWF als Partnerorganisation war ebenso vertreten (mit Infostand und „Pandabären“), wie die Saftkelterei van Nahmen, die sich für den Erhalt alter Streuobstwiesen einsetzt. Auch die Bocholter Imker waren vor Ort und schließlich wir, der Naturschutzbund. Gemeinsam mit den Imkern haben wir zahllose Tütchen mit Samen für einen Quadratmeter Bienenweide verteilt; das hochwertige, ausschließlich heimische Pflanzen umfassende Saatgut stammte von Rieger & Hoffmann und war von Edeka gesponsort. Nicht nur die Kinder waren dankbare Abnehmer für die Tütchen, sondern auch Menschen mit kleinen und großen Gärten und auch Balkongärtner zeigten sich interessiert. Mit vielen Menschen kamen wir dann doch – trotz der Minustemperaturen – in intensivere Gespräche.

Bocholter wünschen sich mehr innerstädtische Bäume

Viele Bocholter vertraten dabei nicht nur die Ansicht, dass sich auch die Kommunalpolitik und die Verwaltung mehr um Artenschutz und Artenvielfalt kümmern müssen. Es gäbe schließlich viele Flächen in Bocholt, auf denen man gut Wildblumen und Wildkräuter ansiedeln könne. Auch das Thema Baumfällungen wurde von etlichen Passanten angesprochen. Es herrscht ein allgemeines und weit verbreitetes Unverständnis darüber, dass tatsächlich ernsthaft über die Fällung der Linden in der Ravardistraße diskutiert wird; die Menschen wollen nicht weniger, sondern mehr innerstädtische Bäume, das hat Bocholt schließlich früher zu einer so attraktiven Einkaufsstadt für das Umland gemacht!
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass alle Aussteller – unabhängig ob Einzelhändler oder ehrenamtliche Naturschützer – zufrieden mit der Resonanz waren und dass eine ähnliche Veranstaltung wiederholt werden soll – dann allerdings an einem wärmeren Tag.
Michael Kempkes

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