Landwirtschaft — 26 Mai 2015

Endlich mal belastbare Daten bezüglich Grund-, Sicker-, und Trinkwasseraufbereitung auf kommunaler Ebene mit räumlicher Eingrenzung. Ob im Nord- oder Südkreis Borken, überall das gleiche Bild, ein einziges Desaster, das uns die kommerzielle Agrarwirtschaft hinterlässt.

Sätze wie „Wir sind heute nicht weiter als vor zehn Jahren, Werte im Sickerwasser von 580 Milligramm Nitratbelastung“ oder „Bis zu 20 Kilo Stickstoff werden zu viel aufgebracht“, sind ein beispielloses Zeichen für ein politisches Totalversagen von der kommunal- bis zur bundespolitischen Ebene.

Das auf Kreisebene von den Vertreten der Landwirtschaft, den Bürgermeistern und dem Landrat unterzeichnete Schriftstück „Region in der Balance“, gedacht als Beruhigungspille für eine unkritische Bevölkerung, ist ein unverantwortlicher, direkter Betrug am Bürger. Die aus dem landwirtschaftlichen Bereich ungefiltert freigesetzten Keime und Schadgase wie Ammoniak, Methan und Formaldehyd, die aus sogenannten Wirtschaftsdüngern wie Gülle, Gärresten und Mist ins Grundwasser sickernden Biozide aus der Stallhygiene und Tierarzneimittelrückständen, und die riesige Menge an toxischen Rückständen aus dem Bereich des Nutzpflanzenschutzes vergiften die komplette Umwelt und sämtliche Gewässer.

Wie ist es möglich, dass eine einzelne Branche seit Jahrzehnten bis heute gesetzlich legal subventioniert das ökologische Gleichgewicht zerstören darf, die Gesundheit der Bürger über die Atemluft und das Trinkwasser gefährdet, und dennoch nicht in ihre Schranken verwiesen wird? Wenn sich die Landwirte doch von ihren politischen Vertretern und ihren eigenen Verbänden im Stich gelassen fühlen, wieso wählen sie dann immer den gleichen Henker wieder?

Herbert Moritz
Heek.

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