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Der geplante Nordring in Bocholt könnte für noch mehr Autos auf den Straßen sorgen. Symbolfoto: NABU/H.May

Der Naturschutzbund Kreisverband Borken lehnt die Pläne der Stadt Bocholt zur schnellen Realisierung des Nordringes ab (BBV 27. April 2018). Aus Sicht des NABU sollen hier nun schnell Fakten geschaffen werden, damit entlang der neuen Trasse neue Baugebiete erschlossen werden, so wird zumindest Baurat Zöhler in o.g. BBV-Artikel zitiert. Diese Pläne lassen unseres Erachtens jegliche Nachhaltigkeit vermissen, denn sie fördern zum einen den Individualverkehr und zum anderen muss es zunächst zu einer innerstädtischen Nachverdichtung brach liegender Flächen ohne ökologischen Wert kommen, bevor weitere Baugebiete ausgewiesen werden. Und schließlich fehlt in dem Konzept auch die dringend notwendige Ausweisung innerstädtischer Grün

flächen, die alternativlos zur Abmilderung der Auswirkungen des Klimawandels notwendig sind. Bocholt hat in den vergangenen Jahren viele alte Bäume ebenso verloren wie auch innerstädtische Grünflächen. Nun gilt es aus Sicht des NABU schnellstmöglich dafür zu sorgen, dass gerade in dicht besiedelten Bereichen mit viel Asphalt und Beton ausgleichende Grünflächen mit dauerhaft „unantastbaren“ Bäumen geschaffen werden.

Mehr Abgase, Feinstaub und Lärm befürchtet

Der geplante Nordring schafft vielleicht kurzfristig eine Entlastung anderer, parallel dazu verlaufender Straßen. Dauerhaft wird er für noch mehr Individualverkehr sorgen, mit all seinen Auswirkungen wie Abgasen, Feinstaub, Reifenabrieb und Lärm. Außer diesen Auswirkungen muss zudem berücksichtigt werden, dass weitere Versiegelungen den Klimawandel weiter beschleunigen! Die Stadt Bocholt sollte aufgrund ihrer Größe dem Vorbild anderer Städte (Freiburg, Münster, Köln, Hamburg, München, Kassel, Bremen, Berlin, Frankfurt a.M., Karlsruhe, Aachen, Düsseldorf sowie Kopenhagen, Amsterdam, Wien, Bern) folgen und nach nachhaltigen Verkehrskonzepten suchen, diese auf die Gegebenheiten der Stadt übertragen und dann realisieren. Dazu gehören unbedingt autofreie Quartiere, die zukunftsweisend sind. In jedem Fall muss die Förderung des Radverkehrs das wichtigste Element eines zukunftsweisenden Verkehrskonzeptes sein. Weiteren motorisierten Individualverkehr gilt es dagegen aus der Stadt herauszuhalten, so dass die Lebensqualität der an stark frequentierten Straßen wohnenden Menschen nicht noch mehr beeinträchtigt wird. Für ein dauerhaft lebenswertes Bocholt fordern wir Stadt und Rat auf, ein intelligentes Verkehrskonzept zu entwickeln, das eben nicht darin besteht immer weiterer Straßen zu bauen, die später zudem die Stadt mit ihrern Unterhaltskosten dauerhaft belasten. Denn:

„Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten“ (Daniel Goeudevert (*1942), deutscher Topmanager bei Volkswagen).

Michael Kempkes

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