In Bocholt sollten vor einer Gaststätte drei Linden gefällt werden. Foto: NABU/ H. May

Ein Bocholter Gastronomie-Betrieb wollte drei Linden fällen lassen, um auf der freiwerdenen Fläche mehr Tische und Stühle für die Gäste aufstellen zu können. Der NABU hatte damals mit Bocholter Bürgern gegen das Vorhaben demonstriert. Nun sind die Fällungen der Linden vorerst vom Tisch – zumindest bis September. Bis dahin sollen auf Antrag der CDU drei Parkplätze vor dem Betrieb umgewidmet werden, die dann als Fläche für die Außengastronomie dienen. Wir als NABU-Kreisverband Borken begrüßen die Entscheidung.

Unser Vorsitzender Rudolf Souilljee schreibt dazu:

Der NABU freut sich, dass es in diesen Falle mal tatsächlich der CDU gelungen ist, vor dem ehrenamtlichen Naturschutzverband eine Alternative zur Baumfällung ins Gespräch zu bringen.

So muss politische Arbeit aussehen! Auch wenn hier erst auf Druck einiger Bocholter Bürger/innen ein Umdenken stattgefunden hat, so ist es doch erfreulich, dass man anscheinend in der Lage ist, Planungen, die nicht nachhaltig und gegen unsere Natur sind, doch noch mal zu überdenken.

Es wäre gut, wenn diese Ansätze auch in der Umsetzung der weiteren Straßenbauplanungen einfließen könnten.

Es sind viele Bürger bereit, innerstädtischen Individualverkehr umweltfreundlicher zu gestalten, wenn man denn diese Möglichkeit nicht von vornherein ausschließt, nur um einen 50 Jahre alten Plan nun doch noch schnell umzusetzen.

Es ist vielen Bürgern und Bürgerinnen klar, dass auch hier nach dem Umdenken nun auch ein anderes Handeln erforderlich ist, um zukunftsweisend für nachfolgende Generationen Stadtgestaltung umzusetzen, und den natürlichen Lebensraum für Mensch und Tier nicht immer weiter zuzupflastern.

Wir hoffen, dass alle Bocholter Parteien sich dieser Situation bewusst sind und erwarten diesbezüglich auch von allen Planungsbeteiligten mehr Weitsicht und Zukunftsvisionen, die nicht nur auf immer mehr Straßen ausgerichtet sind, denn weiterer Straßenbau ist keineswegs Fortschritt, sondern ein Zurück in eine Zeit, die längst abgelaufen ist.

Die Zukunft der Mobilität wird sich wohl kaum immer weiter auf den Autoverkehr stützen können. Schon heute gibt es Planungen „weg von der Straße“ – etwa die ersten Versuche der Lieferung per Luftpost mit Hilfe von Drohnen. Moderne Städteplaner und Politiker würden keinen Nordring realisieren, dessen Plaung 50 Jahre alt sind!

Rudolf Souilljee für den NABU-Kreisverband Borken e.V.

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