Der Bocholter Aa geht es nicht gut. Der Schaum deutet auf zu viele Nährstoffe und Eiweiße hin. Foto: Michael Kempkes

In der ARD-Tagesschau wurde am 2. April 2018 über den schlechten Zustand der deutschen Fließgewässer berichtet. Unter anderem wurde festgestellt: „In deutschen Fließgewässern sind nur noch wenige Tiere und Pflanzen zu finden.  Deutsche Gewässer sind in schlechtem Zustand. In mehr als 93 Prozent der insgesamt 8995 Flüsse leben nicht mehr die Gemeinschaften aus Fischen, Pflanzen und Kleintieren, die man dort eigentlich vorfinden müsste. So lautet die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen“. Dass es der Bocholter Aa derzeit offensichtlich nicht gut geht, lässt sich an vielen Stellen erkennen. Während hinter dem Aasee der Wasserstand nur noch wenige Zentimeter beträgt, lassen sich zwischen der Brücke an der Suderwicker Straße und dem Stauwehr kurz vor der Brüggenhütte riesige Grünalgenteppiche feststellen. Zudem schäumt an dem Stauwehr das Wasser stark, was auf zu viele Nährstoffe und Eiweiße hindeutet, die beispielsweise über Gülle in das Gewässer gelangen. Gleiche Ursachen sind auch im Zusammenhang mit dem Auftreten der Algenteppiche anzunehmen. Zwar wird auch das sonnige Wetter der vergangenen Tage zum Gedeihen der Algenteppiche beigetragen haben, doch die über die Landwirtschaft eingetragenen Nährstoffe wird das Algenwachstum massiv gefördert. Wir fragen uns, wann werden die Behörden endlich tätig und prüfen die Gülleeinträge flächendeckend? Der Zustand vieler Gräben, Bäche und nun auch der Bocholter Aa, bereiten uns als Naturschützer große Sorgen. Wann schützen wir endlich das Wasser und die darin lebenden Tiere und Pflanzen?
NABU-Kreisverband Borken

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