Für die Erweiterung des Industriparks Mussum sollen viele Bäume weichen. Foto: H.J. van Hüth

Der Weltklimarat hat am 8. Oktober 2018 verkündet, dass die Weltgemeinschaft nur noch wenige Jahre hat, um eine dann nicht mehr abzuwendende Klimakatastrophe zu verhindern. Dabei ist es wichtig, dass die Erderwärmung maximal 1,5 °C beträgt und nicht die einst angestrebten maximal 2 °C. Dass wir bereits einen Klimawandel haben, ist mittlerweile in weiten Teilen der Wissenschaft unbestritten, und auch wir Menschen in Mitteleuropa dürften auch ohne meteorologisches Fachwissen in diesem Jahr bemerkt haben, dass das Wetter nicht mehr „normal“ ist. Umso erfreulicher ist es, dass für den Erhalt des Hambacher Forstes und dem schnellstmöglichen Ausstieg aus der Kohleverstromung über 50.000 am 6. Oktober auf die Straße bzw. in den Wald gingen! Das ist ein sehr wichtiges Signal! Für die Region im rheinischen Braunkohlerevier, in Nordrhein-Westfalen, in Deutschland und in Europa!

Doch was passiert gerade in Bocholt? Haben die Kommunalpolitiker und die Verwaltung die Signale des Weltklimarates nicht wahrgenommen? In unserer einst so grünen Heimatstadt mit der Buche als Stadtwappen, sollen in Kürze 43 Hektar Land der Erweiterung des Industrieparks Mussum weichen und auch die Planung des verkehrspolitischen Dinosauriers, dem Nordring, wird weiter verfolgt. Wir, besorgte Naturschützerinnen und Naturschützer, die mit Nachdruck den Erhalt der Lebensgrundlagen kommender Generationen verlangen, fragen uns was das soll! Zur Erweiterung des Industrieparks sollen kleinere Waldstücke und Alleen weichen. Hier sollen zahlreiche über einhundertjährige Bäume gefällt werden.

An kommende Generationen denken

Alte Bauernhöfe mit Streuobstwiesen werden abgerissen und ein weiteres Stück Heimat verschwindet im Zeichen des nimmer enden wollenden Wirtschaftswachstums. Es muss endlich ein Umdenken erfolgen. Lasst uns die alten Bäume erhalten! Lasst uns neue Grünanlagen anlegen. Bäume und Hecken, statt Asphalt und Beton. Bocholt muss seiner Rolle als Klimakommune schließlich gerecht werden, und nicht ausschließlich auf das Wirtschaftswachstum schauen, sondern endlich eine Politik verfolgen, die auch die Interessen kommender Generationen berücksichtigt und diese an erster Stelle stellt.

Welche Auswirkungen die geplante Erweiterung des Industrieparks hat, möchten wir im Rahmen eines Infoabends näher darstellen. Wir werden auf die gravierenden ökologischen und klimatischen Folgen ebenso eingehen, wie auf die Konsequenzen für die Landwirtschaft und die Stadtentwicklung.

Hierzu laden wir die Verwaltungsspitze, die Kommunalpolitik sowie alle interessierten Bürgerinnen und Bürger am Montag, den 5.11. um 20 Uhr in die Mussumer Mühle ein. Der Eintritt ist frei. Selbstverständlich gilt unsere Einladung auch den hiesigen Medienvertretern!

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